In den medizinischen Berufen und in den Pflegeberufen gibt es chronischen Personalmangel. Die einrichtungsbezogene Impfpflicht hat die Lage nochmals deutlich verschärft [siehe hierzu ausführlichen Bericht auf der »Welt«]. Seit März müssen Mitarbeiter nachweisen, dass sie doppelt geimpft sind. Und ab dem 1. Oktober gilt zudem nur noch derjenige als vollständig immunisiert, der drei Impfdosen bekommen hat oder genesen und zweimal geimpft ist.
Nicht nur die Tatsache, dass zahlreiche Mitarbeiter ihre Arbeit aufgeben mussten, sondern auch der Umstand, dass immer weniger Mitarbeiter neu eingestellt werden, verschärft die Lage zusätzlich. Immer wieder mussten in Pflegeeinrichtungen Bewerber für Mitarbeit, Berufseinstieg, Ausbildung oder Praktikanten abgewiesen werden, weil sie nicht ausreichend geimpft sind.
Hinzu kommen die vielen Quarantänefälle und der Krankenstand hinzu. Das bedeutet für die verbliebenen Mitarbeiter einen erheblichen Mehraufwand. Es gibt weniger Zeit, alle Patienten und Pflegebedürftigen ausreichend zu versorgen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) beispielsweise kann nicht mehr alle Patienten ausreichend behandeln und versorgen. Andere Institute beklagen ebenfalls diese Situation.
Wenn ab dem 1. Oktober die Regelungen verschärft werden, kommt auf die Institutionen neuer Mehraufwand hinzu. Denn dann muss nochmals der Impfstatus aller Mitarbeiter erfasst und den Behörden gemeldet werden. Das ist ein riesiger bürokratischer Aufwand.
Die Ampel-Parteien zeigen keinerlei Motivation, an dieser Situation etwas zu ändern. Die CDU/CSU hat ihre Position verändert und will dass die einrichtungsbezogene Impfpflicht auslaufen soll. Die AfD war von Beginn an impfkritisch.
In Thüringen überlegt man derzeit, parallel zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht die allgemeine Impfpflicht zu erweitern, zumindest auf die Altersgruppen 60+.
Eine Entspannung ist also nicht in Sicht. Die Ampel-Regierung lässt den Pflegenotstand weiter ausufern.


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