Niall Ferguson erwartet Zerfall der Euro-Zone und kritisiert Merkels Migrationspolitik

Einer der bedeutendsten britischen Historiker fordert Rücktritt von Merkel

Die Öffnung der Grenzen 2015 und die Reaktion auf die Finanzkrise waren die schwerwiegendsten Fehlentscheidungen der jüngeren europäischen Geschichte. Merkel müsse für diese Fehlentscheidungen zurücktreten.

In einem Interview mit der »Welt« (zunächst in der »Welt am Sonntag« erschienen) forderte der prominente britische Historiker und Professor (Harvard, Standford und Oxford) Niall Ferguson den Rücktritt von Angela Merkel (siehe auch Bericht »Huffpost«).

Er prognostiziert, dass es in den nächsten Jahren sowohl für den Euro als auch für die EU um die Existenz gehen wird. Die Schuld daran gibt er vor allem der deutschen Kanzlerin. Daher solle sie zurücktreten. Das hätte sie schon längst tun sollen, findet Ferguson. In der Summe sei keine Person in Europa für die Misere so sehr verantwortlich wie sie.

Drei Dinge wirft er ihr besonders vor:

Erstens habe sie in der Finanzkrise zu lange gezögert.

Zweitens habe sie nicht auf den »Arabischen Frühling« reagiert. Dadurch seien die Flüchtlingsströme erst entstanden.

Drittens habe sie durch ihre Grenzöffnung 2015 die Situation in Europa destabilisiert. Die Angst vor den Flüchtlingsströmen habe auch zum Brexit beigetragen, weil viele Briten fürchteten, dass die Migranten nach Großbritannien weiterziehen.

Wörtlich erklärte er im Interview mit der »Welt«, was er am liebsten zur Kanzlerin direkt sagen würde:

»Steigen Sie in eine Zeitmaschine, reisen Sie drei Jahre zurück und revidieren Sie Ihre Entscheidung vom Herbst 2015, als Sie die Grenzen öffneten, ohne sich mit den anderen Ländern abzustimmen. Das war einer der folgenschwersten Fehler in der jüngeren europäischen Geschichte.«

Sven von Storch

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