Scharfe Kritik aus Afrika an der Sanktionspolitik

Dritte Welt leidet wegen US_EU-Sanktionspolitik gegen Russland

Der Präsident von Südafrika, Cyril Ramaphosa, hat Olaf Scholz die Leviten gelesen: »Selbst jene Länder, die Zuschauer oder gar nicht Teil des Konflikts sind, werden unter den Sanktionen leiden, die gegen Russland verhängt wurden.«

Der sogenannte »Westen« hat mit seinen Sanktionen gegen Russland eigenmächtig gehandelt, obwohl diese Sanktionen Konsequenzen für die ganze Welt haben. Das betrifft insbesondere viele Staaten in Lateinamerika, Afrika und Asien.

In vielen afrikanischen Staaten droht eine Hungerkrise, wenn die Getreideimporte aus Russland wegbleiben. Auch die steigenden Ölpreise machen vielen Menschen zu schaffen. Die Politiker in der EU und in den USA haben selbstherrlich über die Bedürfnisse der restlichen Welt hinweg entschieden und glauben dennoch, auf der moralisch richtigen Seite zu stehen.

Doch wer hat die Menschen in der Dritten Welt gefragt, ob sie bereit seien »gegen Putin zu hungern«? Und wer hat die Milliarden Menschen gefragt, ob sie bereit seien, das Risiko eines Dritten Weltkrieges auf sich zu nehmen? Selbst wenn die militärische Eskalation ausbleibt: Der Westen hat keine Vorstellung davon, was steigende Öl-, Gas- und Lebensmittelpreise auf dem afrikanischen Kontinent auslösen können.

Olaf Scholz hat nun bei seinem Besuch in Südafrika die Leviten gelesen bekommen. Der Präsident von Südafrika, Cyril Ramaphosa, hat die EU-Sanktionspolitik gegen Russland scharf kritisiert:

»Selbst jene Länder, die Zuschauer oder gar nicht Teil des Konflikts sind, werden unter den Sanktionen leiden, die gegen Russland verhängt wurden«, erklärte er [siehe Bericht »Berliner Morgenpost«].

Derzeit steigen bereits die Brotpreise in vielen Staaten Nordafrikas, des Nahen und Mittleren Ostens. In Ägypten hängt die soziale Stabilität mit den Brotpreisen zusammen. Und Jordanien bezieht 80 Prozent des Weizens aus Russland oder der Ukraine.

Wie viele andere kluge Köpfe, verlangt auch der Staatschef Südafrikas eine schnelle Beendigung des Konfliktes. Er erklärte:

»Südafrika hätte gerne, dass der Konflikt endet. Wir rufen zu einer Einstellung der Feindseligkeiten auf, und das muss über Verhandlungen und Dialog geschehen.«

Sven von Storch

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