EU-Wahl und Parlamentswahl: Regionalisten gewinnen hinzu

Doppelte Wahl in Flandern_ Flamen wählten patriotisch und EU-kritisch

Flandern macht mobil: Die Flamen wollen mehr regionale Souveränität, weniger Belgien, weniger EU. Das haben sie bei der EU-Wahl und parallel bei der Parlamentswahl zum Ausdruck gebracht.

In Flandern haben die patriotischen, regionalistischen Pro-Flandern-Parteien massiv an Stimmen hinzugewonnen.

Die belgische Parteienlandschaft ist wegen der regionalen Unterschiede sehr zersplittert. Es gibt das niederländisch-sprachige Flandern, das französisch-sprachige Wallonien und deutschsprachige Gebiete. Landesweit gibt keine Partei, die über 20 Prozent kommt, stattdessen eine Schar vieler kleiner Parteien.

Bei der EU-Wahl konnten landesweit die beiden Pro-Flandern-Parteien die meisten Stimmen gewinnen. Die »Nieuw-Vlaamse Alliantie« (»Neue Flämische Allianz«) kam landesweit auf 14,2 Prozent der Stimmen. Und die migrationskritische und pro-flämische Partei »Vlaams Belang« kam auf rund 12 Prozent. Damit sind sie die stärksten Parteien in ganz Belgien.

Bei der parallel laufenden belgischen Parlamentswahl konnten ebenfalls die beiden Flandern-Parteien landesweit die meisten Stimmen gewinnen. Die »Nieuw-Vlaamse Alliantie« (»Neue Flämische Allianz«) kam hier landesweit auf 16,0 Prozent der Stimmen. »Vlaams Belang« kam auf rund 11 Prozent.

In Flandern selbst sieht es noch klarer aus: Die »Nieuw-Vlaamse Alliantie« kam in Flandern auf 24,8 Prozent und »Vlaams Belang« auf rund 18,5 Prozent der Stimmen.

Damit haben die Flamen deutlich zum Ausdruck gebracht, was sie von Brüssel halten, sowohl auf EU-Ebene als auch auf belgischer Ebene.

Sven von Storch

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