Im Frühjahr sorgte der Fall einer überzeugten Rundfunk-Beitrags-Verweigerin für Schlagzeilen. Sieglinda Baumert aus Chemnitz war 61 Tage ins Gefängnis gesperrt worden. Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt. Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk war dies ein erheblicher Image-Schaden. Denn die Öffentlichkeit hatte sich mit der Frau solidarisiert. Die Maßnahme sei überzogen gewesen, lautete damals das Echo. Daraufhin ließ man verkünden, dass man in Zukunft von solchen Maßnahmen absehen wolle. Wie damals der Tagesspiegel berichtete, hatte man entschieden, nicht mehr auf das Mittel der Erzwingungshaft bei nicht gezahltem Rundfunkbeitrag zu setzen.
Doch man soll die Institutionen nicht an ihren Worten, sondern an ihren Taten messen. Nun sorgt ein neuer Fall für Aufsehen. Wie in der Presse berichtet wurde, soll eine alleinerziehende Mutter aus der Nähe von Brandenburg wegen Zahlungssäumnis ins Gefängnis (siehe Berichte: TAZ, Kieler Nachrichten, Welt-Online/N24, Merkur) Sechs Monate Erzwingungshaft will man ihr aufbrummen. Alles nur wegen rund 300 Euro.
Die 43-jährige Frau weigert sich seit vier Jahren, die Rundfunkbeitragspflicht anzuerkennen. Sie besitze weder Radio noch Fernseher und konsumiere auch nicht deren Sendungen.


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