Plattform unter Beschuss: Boykottaufrufe gegen Facebook

Die zwei Seiten des Facebook-Skandals

Facebook ist eine Datenkrake. Das ist seit lagem bekannt. Und es herrscht zum Teil willkürliche Zensur. Auch das ist nichts neues. Doch warum kocht der Skandal ausgerechnet jetzt hoch? Weil es auch ein Schlag gegen Trump und den Brexit sein soll.

Facebook ist eine Datenkrake. Das ist seit langem bekannt. Wer dort sein Privatleben preisgibt, der öffnet dem Missbrauch der Daten und Informationen Tür und Tor. Doch selbst die Daten, die man unter vertraulichen Aspekten im besonderen Modus bei Facebook hinterlässt, können missbraucht werden.

Außerdem dreht sich um Facebook ein Meinungskrieg darüber, was gelöscht und zensiert gehört und was unter Meinungsfreiheit fällt. Die Bundesregierung möchte hier die Definitionen ensprechend der Maas-Gesetzte lieber eng setzen.

Damit ist jeder Nutzer also zweierlei Gefahren ausgesetzt: Verlust von Privatsphäre und Haftung für politisch unkorrekte Inhalte.

Warum platzt gerade jetzt die Facebook-Bombe?

Der aktuelle Skandal um die Weitergabe von Daten an die Analyse-Firma »Cambridge Analytica«, die diese Daten missbraucht haben soll, ist also nichts Unerwartetes. Überall gibt es früher oder später Datenlecks und Missbrauch. Die Grenzen des Erlaubten und Unerlaubten sind so fließend, dass Streit vorprogrammiert ist.

Die Weitergabe von 50 Millionen Kundendaten an »Cambridge Analytica« ist jedoch doppelt brisant:

Zum einen wegen des Ausmaßes des Datenmissbrauches und wegen der Fahrlässigkeit von Facebook. Angeblich hat mittlerweile sogar die US-Handelsaufsichtsbehörde FTC eine Untersuchung eingeleitet und könnte eventuell eine gigantische Strafzahlung gegen Facebook verhängen.

Zum anderen jedoch wegen des Zeitpunktes. Wir erinnern uns: »Cambridge Analytica« wurde vorgeworfen, die Daten auch für die Brexit-Kampagne und für die Trump-Wahl missbraucht zu haben, um auf diese Wahlen Einfluss zu nehmen — zugunsten von Trump und Brexit.

Hier wird jetzt klar, warum plötzlich die Mainstream-Medien so sehr gegen Facebook vorgehen, warum George Soros in Davos gegen den Einfluss von Facebook gewettert hat und warum nun WhatsApp-Mitbegründer Brian Acton Facebook-User dazu aufruft, ihre Accounts zu löschen. Wäre die Welle der Empörung auch so groß geworden, wenn die politische Stoßrichtung eine andere gewesen wäre?

Sven von Storch

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