Steve Bannon, der Chefstratege des US-Präsidenten Donald Trump, sieht sich als Populisten. Dieses Wort ist für ihn positiv konnotiert. Denn es steht für Volksnähe. Er selbst will sich für die Rechte der vernachlässigten Arbeiterklasse und Mittelschicht einsetzen, die seiner Meinung nach vom US-amerikanischen Establishment verraten und vergessen wurden.
Bannon war eine Zeit lang Chefherausgeber des Nachrichten-Magazins Breitbart. Dortselbst hat man jetzt das Buch vorgestellt, das Bannon beeinflusst und geprägt hat. Es handelt sich um ein Werk des Autors und Historikers Christopher Lasch mit dem Titel "The Revolt of the Elites and the Betrayal of Democracy". Die deutsche Ausgabe trägt den Titel "Die blinde Elite. Macht ohne Verantwortung".
In dem Buch aus den 1990ern wurde beschrieben, wie sich die US-Eliten von der Bevölkerung entfernt haben, mit ihrem Geld die Medien und Diskurse bestimmen, die mit den Sorgen der einfachen Bürger nichts zu tun haben, wie sie mit ihren philanthropischen Stiftungen ihre eigenen Ziele verfolgen und wie sie im Grunde genommen die Lebensweise und Kultur der Arbeiterklasse und Mittelschicht verachten.
In der Politik, so die Schlussfolgerung des Buches, würden aufgrund dieser elitären Abgehobenheit der Politiker die Interessen der Bürger gar nicht mehr vertreten werden.
Nach der Wahl von Donald Trump hatten viele Analysten die Schlussfolgerung gezogen, dass die Amerikaner vor allem deshalb Trump wählten, um dem Washingtoner Establishment die rote Karte zu zeigen. Steve Bannon hatte den kompletten Wahlkampf von Donald Trump auf die Bedürfnisse der amerikanischen Mittelschicht und des Proletariats ausgerichtet. Dies hatte Erfolg.


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