Immer mehr US-Bürger radikalisieren sich politisch und ideologisch. Die Diskussionen und Debatten finden nicht nur in der Politik und in den Medien statt. Von der Universitäte über das College und in der Schule, bei der Arbeit und zu Hause: Immer mehr Amerikaner liegen sich wegen politischen Meinungsverschiedenheiten in den Haaren.
Folge man den Mainstream-Medien und dem Narrativ der linksliberalen Politiker (meist US-Demokraten) und dem Großteil der US-Elite, dann seien es nur die Bürger am »rechten Rand«, die sich radikalisieren, die zu Rassisten oder Anhängern der »Weißen Vorherrschaft« mutiert seien, zu homophoben und fremdenfeindlichen Extremisten, zu Trump-Anhängern und Isolationisten, zu Anhängern der Patriarchats und zu Feinden der Emanzipation, zu Anti-Feministen geworden seien.
»Was ist nur aus dir geworden?« — diese Frage werfen sich immer mehr US-Amerikaner gegenseitig an den Kopf.
Doch diese Frage lässt sich nicht nur aus einer Richtung stellen. Denn umgekehrt könnte man der anderen Seite ebenso eine Radikalisierung vorwerfen, nämlich all jenen, die hinter jedweder Bemerkung Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Hass und Frauenfeindlichkeit vermuten und dabei mit ihren Bewertungskriterien immer radikaler werden.
und es sind insbesondere diese an teueren Colleges und Universitäten ausgebildeten Linksliberalen, die vom bürgerlichen Dissens lange Zeit abgeschottet waren und sich nun über die Meinungen und Ansichten der einfachen Bürger angeekelt fühlen.
Andrew Sullivan schreibt im »The Weekly Dish« passend dazu:
»Wir alle wissen, dass es passiert ist. Die Eliten, die zunehmend von einer politischen Partei und einer Medienmonokultur abgeschottet werden und von Colleges und Privatschulen ausgebildet werden, die hermetisch gegen jeden nicht-linken Dissens abgeriegelt sind, haben in den letzten Jahren eine ›soziale Gerechtigkeitsrechnung‹ gehabt. Und sie wurden ideologisch verändert, mit unzähligen kaskadierenden Konsequenzen.«
Diese (pseudo-)intellektuellen Eliten freuen sich, dass im Zuge des »Social Justice Movement« ALLES, aber auch wirklich ALLES auf dem Prüfstand der politischen und sozialen Korrektheit kommt.
Eine Autorin der New York Times, Kara Swisher, bringt es auf den Punkt, wenn sie schreibt: »Die Bewegung für soziale Gerechtigkeit des Landes verändert die Art und Weise, wie wir über alles reden.«
Dies betrifft fasst den kompletten Journalismus der Mainstream-Medien.
Interessant ist, dass die als rechts verurteilten Republikaner teilweise in anderen Bereichen Meinungen vertreten, die früher eher in der linken Domäne verbreitet waren, nämlich das man mehr soziale Politik zugunsten der Arbeiter machen müsse und außenpolitische nicht so viel intervenieren dürfe.
Heute sind es die sogenannten Linken, die das Arbeitermilieu verachten. Es waren die weißen, männlichen Arbeiter, die größtenteils Trump gewählt haben. Für die Linken Grund genug, sich vom Arbeitermilieu und deren Sorgen abzukoppeln. LGBTQ+ und »People of Color« sind nun die Klienten der linksliberalen Bewegung.
Im Grunde kann man zusammenfassen, dass die Linksliberalen sich radikalisiert haben. Durch ihre verschobenen Bewertungsansätze sehen sie plötzlich einen Großteil der US-Bevölkerung als potentielle «Rechte«, die mit Zwang »aufgeklärt« werden müssen.


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