Großbritannien ist ein Inselstaat. Zahlreiche Orte und Städte liegen an der Küste. Viele Städte sind von ihren Häfen abhängig. Besonders die kleinen Fischerorte hängen an der Fischerei.
Noch vor wenigen Jahren fuhren täglich rund 20.000 Fischer mit ihren Trawlern und Fischkuttern aufs Meer hinaus, um in der Nordsee und im Atlantik zu fischen. Mit ihren Familien und der gesamten Fischerei-Wirtschaft im Rücken waren es hunderttausende Menschen, die von den Fangerträgen der Fischer anhängig waren.
Doch die EU-Fang-Quoten haben die Branche dezimiert. Die Fischereihäfen sehen heute wie Totenstädte aus. Viele Fischer sind hochverschuldet, weil sie die Kredite und Kosten für ihre Kutter und Trawler nicht mehr tragen können. Viele Fischer-Familien sind in die Armut gestürzt. Der Hass auf die EU-Bürokraten in Brüssel sitzt tief. Die britischen Fischer beschweren sich, sie hätten einen unfairen Deal bekommen.
Der Beruf des Fischers gehört zu den härtesten und gefährlichsten der Welt. In den USA sterben jährlich mehr Fischer bei der Ausübung ihres Berufes als Polizisten, Arbeiter im Hoch- und Tiefbau, Soldaten oder Feuerwehrleute. Denn die Trawler und Fischkutter gehen auch bei gefährlichem und schlechtem Wetter auf Fahrt. Der wirtschaftliche Druck ist so groß, dass sie dieses Risiko eingehen müssen. Sturm, hohe Wellen, kaltes Wetter, rostige Maschinen, hoher Leistungsdruck, finanzielle Unsicherheit - all das gehört zum Alltag der Fischer.
Umfragen zufolge sollen fast alle Fischer für den Brexit gestimmt haben. Kein Wunder: Bereits vor dem Referendum versicherte der Fischerei-Sprecher John Nichols: "The fishing industry has had a raw deal since the U.K. entered into Europe and I would say 99 percent of the fleet want out."


Add new comment