Massive Ausfälle im Fern- und Regionalverkehr

Deutsche Bahn scheitert wieder mal am Winter: Hunderttausende Bahngäste im Chaos

Früher fuhr die Bahn bei fast jedem Wetter zuverlässig – heute scheint sie zur "Schönwetterbahn" geworden zu sein. Unterinvestitionen, überlastete Strecken und empfindliche Technik machen den Winter zum Dauerthema. Wann kommt endlich die Wende?

ICE im Schnee am Bahnhof


Die Deutsche Bahn kämpft einmal mehr mit den Unbilden des Winters. Schnee und Eis sorgen für massive Ausfälle im Fern- und Regionalverkehr, was Tausende von Reisenden frustriert. Während aktuelle Stürme den Norden und Süden lahmlegen, wächst die Kritik: Früher schien die Bahn robuster gegen Kälte zu sein.

Aktuelle Ausfälle: Schnee legt den Verkehr lahm

Der Wintersturm hat den Bahnverkehr in Norddeutschland stark beeinträchtigt. Fernzüge auf wichtigen Strecken wie Hannover–Uelzen–Hamburg und Berlin–Hamburg fallen aus, hauptsächlich aufgrund zugewehter und eingefrorener Weichen. Auch im Südwesten, etwa in Frankfurt und Stuttgart, gibt es massive Einschränkungen. Die Bahn berichtet, dass keine Züge auf freier Strecke gestrandet sind, doch Mitarbeiter müssen Weichen manuell enteisen. Betroffen sind nicht nur Fernverbindungen: Im Regionalverkehr stehen viele Linien komplett still. Die Probleme ziehen sich trotz abflauendem Wetter hin. Die Bahn hat sich bei den Reisenden für das Chaos entschuldigt und betont, dass das Ziel war, Züge nicht ohne Heizung stranden zu lassen.

Früher war alles besser? Ein historischer Rückblick

In den 1980er und 1990er Jahren schien die Bahn widerstandsfähiger gegen Wintereinbrüche. Mechanische Stellwerke, lokale Fahrdienstleiter und Gasbrenner zur Enteisung ermöglichten einen zuverlässigeren Betrieb – Züge fuhren bei fast jedem Wetter. Heute hingegen führen moderne, aber empfindliche Technologien wie digitale Systeme zu häufigeren Stillständen bei Schnee und Eis. Experten kritisieren, dass die Bahn zur "Schönwetterbahn" geworden ist. 

Im Vergleich zu früheren Zeiten, als robustere Loks und manuelle Systeme dominierten, machen heutige digitale Abhängigkeiten die Bahn anfälliger. Frühere Epochen kannten weniger überlastete Strecken, was Ausfälle seltener machte. Die Chronik zeigt, dass Winterprobleme erst mit der Privatisierung und Kosteneinsparungen eskalierten.

Ursachen der anhaltenden Schwächen

Die Gründe für die wiederkehrenden Winterausfälle liegen in Unterinvestitionen und Infrastrukturdefiziten. Seit über einem Jahrzehnt fehlt es an Modernisierungen: Viele Strecken sind überlastet, und Reparaturen verzögern sich. Schneechaos führt regelmäßig zu Verkehrsstillständen. Historisch gesehen wurden zahlreiche Strecken als "überlastet" deklariert, was bei schlechtem Wetter zu Kettenreaktionen führt. 

Zudem plagen die Bahn finanzielle Verluste und Baustellen, die noch viele Jahre andauern werden.Auswirkungen auf Fahrgäste und GesellschaftReisende leiden unter Verspätungen, Ausfällen und Überfüllung: Fast jeder dritte Zug ist unpünktlich, was Pendler und Urlauber gleichermaßen trifft. Im Winter bedeutet das stundenlanges Warten an Bahnhöfen ohne klare Infos. Gesellschaftlich verstärkt dies den Rufverlust der Bahn, die als Symbol für deutsche Zuverlässigkeit galt. Früher waren Winterfahrten Routine; heute fordern Politiker Konsequenzen. Die Bahn-Chefin räumt ein, dass das kommende Jahr ein schwieriges Jahr für die Pünktlichkeit werden wird.

Besserung in Sicht? Oder geht es mit der Infrastruktur weiter bergab?

Die Bahn plant Investitionen in Infrastruktur und verspricht Verbesserungen, doch Skeptiker bezweifeln das. Um wieder an frühere Robustheit anzuknüpfen, bräuchte es mehr Personal und präventive Maßnahmen. Bis dahin bleibt der Winter ein Prüfstein – und für viele Fahrgäste ein Grund, auf Alternativen auszuweichen.

Sven von Storch

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Comments

Vielleicht sollte man bei der Deutschen Bahn mal nachlesen, wie die Deutsche Reichsbahn in den Wintern von 1939 bis 1945 und ganz besonders in Rußland zurechtkam.

Mein Tip: In jedem Fall nicht alle Dieselloks ausmustern, sondern eine gewisse Anzahl dieser vorhalten. Nebst Schneeräumgeräte als Vorspann für diese Loks.

Seit der Verwendung von Computern mit CAM/CAD wurden alle Teile von den Vehikeln neu berechnet und optimiert. Allerdings nur für den Geldbeutel des Herstellers optimiert. Klimatauglichkeit, Redundanz und Sabotagefestigkeit wurden vernachlässigt. 

Egal ob im früheren Kriegen oder in der DDR...  ich selbst hatte ich den 70' Jahren so nebenbei oft beobachtet, es gab Schienenräumgeschirr, an Loks befestigt, komplette Brigaden, die in Bahnhöfen oder auf der Strecke Weichen in Gang hielten, manchmal mit Flammenwerfer agierten. Zu DDR-Zeiten gab es in den Schnee-&Frostperioden eine Devise:  Kohlezüge und Güter mussten rollen um jeden Preis. Da wurde auch schon mal die Armee oder angrenzende Betriebe in Einsatz gebracht, es gab stündlich in den Bahnverwaltungen Updates zur Lage und es gab Entscheidungsträger die was konnten. Heute? Wer sitzt denn in der Führungsebene? Selbstherrliche, arrogante Abteilungsleiter und Vorstände, weißes Hemd - schwarze Hose, nach Parfüm riechend, die Weiber neuste Klamotten kokettierend und am Telefon dummes Zeug reden... und Untergebenen zeigen wer die Macht hat.

Militärische Aufrüstung und Windräder sind der korrupten Politik eben wichtiger! Der Bürger spielt keine Rolle mehr, nur beim Bezahlen bleibt er die Nummer eins!

Else Schrammen

26.01.2026 | 14:20

Falsch, die Bahn ist auch keine "Schönwetterbahn". Im Sommer ist es zu heiß, das vertragen die Sensibelchen von E-Loks nämlich auch nicht. Dann heißt es Halt auf freier Strecke, Kühlung versagt (die Toiletten sowieso), kein Fenster lässt sich öffnen und die Passagiere verdampfen langsam. Die Deutsche Bahn ist eine "Keinwetterbahn"! Im Sommer stört die Hitze, im Herbst sind's die Blätter auf den Schienen, im Winter Eis und Schnee. Und im Frühjahr versucht die Bahn die Verspätungen aus den drei vorherigen Jahreszeiten wieder aufzuholen - mit grandiosem Erfolg!

Früher hätten alte Dampfloks den Weg einfach freigeräumt und kräftig eingeheizt .Die heutigen Elektroloks funken nur leicht , wie ein Feuerzeug ohne Gas ;und da das auch knapp wird begreift das Volk ,dass es wohl politisch verkohlt wurde ? Man könnte wieder auf Holz zurückgreifen ,das nachwachsender Rohstoff ist,wenn man nicht zu viele Bretter vor dem Kopf hätte,denn Holzköpfe haben wir ja genug ,bei denen sich die Balken biegen !

@ Graf von Henneberg, 26.01.26, 15:23 Uhr

An diese DB-Werbung kann ich mich noch gut erinnern, weil sie beeindruckend und von lakonischer Kürze war:

"Alle reden vom Wetter - wir nicht." Ist zum geflügelten Wort geworden.

Da zugehörige Bild zeigte einen Zug der DB, der unverdrossen durch eine weiße Schneelandschaft fuhr.

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