Im Sommer 2012 erschien ein brisantes Buch, eine interessante Streitschrift der Publizistin und Politikberaterin Getrud Höhler. Das Buch trug den Titel »Die Patin: Wie Angela Merkel Deutschland umbaut«. Die These des Buches: Angela Merkel bedient sich der Kernbotschaften anderer Parteien, ohne sich zu deren Werten zu bekennen. Machterhalt geht vor Parteienvielfalt. Die brisante Kernfrage des Buches lautete sinngemäß: »Ist Deutschland auf dem Weg zu einer Einheitspartei-Regierung?«
Zum Erscheinen ihres Buches sagte Getrud Höhler damals, Merkel trage mit ihrem System Mitschuld an einer Entdemokratisierung der Gesellschaft in Deutschland [siehe damalige Berichte im »Handelsblatt« und in der »FAZ«]. Ihr Buch sollte ein »Weckruf« sein. Wenn man sich die heutigen Verhältnisse anschaut, war das Buch prophetisch.
Im Buch gibt es Sätze zu lesen wie die folgenden:
»Wer Normen und Werte einer demokratischen Gesellschaft zur Manövriermasse macht wie Angela Merkel, der arbeitet am Zerfall der Demokratie.«
»Der autoritäre Sozialismus, der im System M angelegt ist, nimmt eine Hürde nach der anderen, weil er auf Gewöhnung setzt.«
Eines ist klar: Merkels Politikstil ist ein völlig anderer als bei Konrad Adenauer, Helmut Schmidt, Helmut Kohl oder Gerhard Schröder. Es hat noch nie ein Kanzler das Land so gespalten.
Nachbemerkung: Empfohlen sei auch folgendes Buch von Getrud Höhler: »Demokratie im Sinkflug: Wie sich Angela Merkel und EU-Politiker über geltendes Recht stellen«. Hier werden das »avantgardistischen Demokratieverständnis« und die Alleingänge von Angela Merkel zur Eurokrise und zur Grenzöffnung 2015 kritisch beleuchtet.


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