In Irland rumort es. In den letzten Tagen hat es wieder große Massen-Demonstrationen gegeben, diesmal vor allem in der irischen Stadt Cork.
In Irland ist nur eine Minderheit reich, die Mehrheit ist im Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten arm
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf liegt (nominal) bei rund 103.466 US-Dollar. Das ist aktuell der zweithöchste Wert weltweit nach Luxemburg (129.810 US-Dollar). Auch beim Durchschnittsverdienst liegt Irland ganz weit oben, aber immer noch hinter Dänemark und der Schweiz.
Verzerrung durch multinationale Konzerne
Doch im Gegensatz zu Dänemark und der Schweiz sind die Werte für Irland wenig aussagekräftig. Die Zahlen sind durch Konzernaktivitäten verzerrt. Das reale Einkommen und der Lebensstandard der Iren sind niedriger als das BIP suggeriert.
Konzerne wie Apple, Google, Microsoft, Pfizer und Merck sowie Flugzeugleasing-Firmen sind zentrale Akteure bei der Verzerrung des irischen BIP. Ihre Buchhaltungsmanöver, Steuervermeidungsstrategien und volatile Exporte führen zu irreführenden Wachstumszahlen.
Auswirkungen auf Wohnkosten und Gentrifizierung
Dies führt dazu, dass die Preise für Miete und Wohneigentum in Dublin und einigen anderen Städten exorbitant gestiegen sind. Internationale Konzerne holen hochbezahlte Mitarbeiter aus allen Ländern der Erde (z. B. USA, Indien, Großbritannien nach Dublin, die dann die Preise nach oben treiben. Dies führt zu einer Gentrifizierung zum Nachteil der eigentlichen Iren in den Städten. Es wird für viele Bürger immer schwieriger, sich ein normales bürgerliches Leben leisten zu können.
Wachsende Kritik an massiver Zuwanderung
Hinzu kommt die Migration aus islamischen Ländern und Afrika, die als Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt empfunden wird. Die Löhne werden auf diese Weise gedrückt, empfinden viele Iren.
Mit einer relativ geringen Bevölkerung von nur fünf Millionen Einwohnern spürt Irland die massive Zuwanderung deutlicher als größere Länder wie etwa Deutschland.
Gesellschaftliche Spannungen und Proteste
Dies führt dazu, dass immer mehr Iren sich wirtschaftlich und gesellschaftlich im eigenen Land abgehängt fühlen. Die Kritik an der Massen-Zuwanderung und an den hohen Preisen führt deshalb zu immer neuen Protesten und Demonstrationen. Viele Iren befürchten, dass sie zur Minderheit im eigenen Land werden und die Regierung gegen sie arbeitet.


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