»Ach Richard, wärest du doch bei deiner Biologie geblieben«, möchte man ihm zurufen. Seine Arbeiten über Evolutionsbiologie sind in der Tag höchst anregend und horizonterweiternd.
Doch dann fing er an, gegen alle Religionen dieser Welt zu wettern. Und jetzt schimpft er über den Brexit, das Referendum und die britischen Bürger: »Die Bevölkerung hätte niemals über so etwas Wichtiges abstimmen dürfen« [siehe Bericht »CNN Chile«]. Warum nicht, Herr Dawkins? Muss man dazu Biologie studiert haben?
Seiner Meinung nach hätten viele Bürger zu emotional über den Brexit abstimmt, ohne sich über all die Fakten informiert zu haben.
Dawkins befürwortet die indirekte, parlamentarische, repräsentative Demokratie: »Deshalb haben wir Vertreter in der Demokratie. Wir haben ein Parlament, wir wählen Parlamentsmitglieder, die ihre Besorgungen erledigen, ihre Aufgaben erledigen, die Fragen prüfen.«
Vielleicht sollte sich Dawkins daran erinnern: Wenn es nach dem Mehrheitswillen der Briten, Amerikaner und Kontinentaleuropäer gegangen wäre, hätte es die militärischen Interventionen im Irak und Libyen nicht gegeben. Lange Kriege, Bürgerkriege, Terror und am Ende die Flüchtlingswellen wären der Welt erspart geblieben. Es war eine Entscheidung der politischen Eliten, nicht der Bürger.
Und wenn es nach den Bürgern gegangen wäre, hätte es diesen EU-Zentralismus nie gegeben. Und eine Opposition zur EU und am Ende der Brexit wären gar nicht nötig gewesen. Es waren wieder die Eliten, die zu schnell vorgeprescht waren, ohne die Bevölkerung zu befragen.
Die Schweizer kennen solche Probleme nicht.


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