Pazifische Freihandelszone unter chinesischer Regie geschaffen

China hat die USA im Pazifik-Handel ausgehebelt

Die USA haben sich durch den Ausstieg aus dem Trans-Pazifischen Abkommen ins eigene Knie geschossen. Die Chinesen haben mit einem eigenen Freihandelsbündnis die Regie im Pazifik-Raum übernommen.

Die Volksrepublik China hat ein großes Freihandelsbündnis mit den wichtigen Volkswirtschaften in der Asien-Pazifik-Region geschlossen. Neben China sind 14 weiteren Staaten mit dabei: Japan, Südkorea, Australien, Neuseeland, Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam.

Die »Regional Comprehensive Economic Partnership« (kurz RCEP, deutsch: »Regionale, umfassende Wirtschaftspartnerschaft«) ist das größte Freihandelsabkommen der Welt. Das Handelsvolumen dieses Abkommens könnte in Zukunft das der EU überholen.

Das zuvor beschlossene »Trans-Pazifische Abkommen« (englisch »Trans-Pacific Partnership«, kurz TPP) ist bereits obsolet geworden, zumal die USA ausgestiegen sind. Daher hatten die verbliebenen elf TPP-Mitglieder im November 2017 beschlossen, das Abkommen als CPTPP (»Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership«) weiterzuführen. Doch das ist nun Makulatur. Das RCEP ist nun tonangebend, zumindest für die asiatisch-australische Seite des Pazifiks.

Damit sind die Amerikaner über ihr eigenes Bein gestolpert und haben den Streit um die wirtschaftliche Vorherrschaft im Pazifik verloren. China gibt jetzt den Ton an.

Unsicher ist noch, ob und wie Indien Teil dieser Partnerschaft wird. Damit würde sich das Freihandelsabkommen auch auf den Raum des Indischen Ozeans ausdehnen. Die EU und die USA bleiben Zaungäste und dürfen zuschauen.

Die Bedeutung Chinas im pazifischen Raum ist in den letzten 40 Jahren massiv gestiegen. Selbst für die lateinamerikanischen Staaten ist China ein unentbehrlicher Handelspartner geworden. Australien braucht China für den Export seiner Rohstoffe. Japan und Südkorea lassen Industrieprodukte zunehmend auf dem chinesischen Festland produzieren.

Ausgenommen vom Abkommen ist Taiwan, das von der Volksrepublik China nicht als eigener Staat anerkannt wird, sondern als »selbst-verwaltende« Inselprovinz angesehen wird.

Interessant wird in Zukunft sein, wie die lateinamerikanischen Staaten wie Chile darauf reagieren werden. Es ist davon auszugehen, dass auch sie sich dem Abkommen direkt oder indirekt anschließen werden.

Die Bedeutung Chinas wächst auch durch den Ankauf von Hafen-Aktien rund um den Globus.

Sven von Storch

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