Finnland und Estland sind seit jeher kulturell, wirtschaftlich und geographisch gute Nachbarn. Doch zwischen ihnen liegt ein Ausläufer der Ostsee beziehungsweise der Finnische Meerbusen. Daher wird der Verkehr zwischen beiden Ländern in der Regel über die Fähren abgewickelt, die zwischen beiden Ländern hin und her pendeln. Die Landstrecke über Russland ist zu weit und nur für bestimmte Transporte sinnvoll.
Daher gibt es seit langem den Plan, einen Zugtunnel zwischen beiden Ländern zu bauen. Dies wäre der längste Zugtunnel der Welt, länger als jener zwischen Frankreich und Großbritannien. Durch ihn sollen dann Personen und Güter mit Hochgeschwindigkeitszügen transportiert werden.
Doch hier gibt es ein Problem: Beide Länder haben zu wenig Know-how und vor allem zu wenig Finanzmittel, um das Projekt umzusetzen. Also begab man sich auf die Suche nach ausländischen Investoren.
Und welches Land wird der Hauptinvestor sein? China.
Die Volksrepublik China wird sich vertreten durch »China’s Touchstone Capital Partners« mit 15 Milliarden Euro am Projekt beteiligen [siehe Berichte »The Independent«, »estonianworld«].
Damit laufen Finnland und Estland Gefahr, sich bei den chinesischen Investoren hoch zu verschulden. Wenn das Projekt am Ende nicht rentabel genug ist, besteht durchaus die Gefahr, dass man die Chinesen auf andere Weise bezahlen muss, wie es bereits in Griechenland oder vielen Ländern der Dritten Welt der Fall ist, nämlich durch die Abgabe von Nutzungsrechten.
Es ist bezeichnend für den Zustand Europas, dass solche Projekte nur noch mit Finanzhilfen aus China bewerkstelligt werden können.
China kauft sich in alle möglichen Häfen, See- und Handelswege ein. So tragen die Chinesen bereits Anteile der Häfen von Rotterdam, Antwerpen und Zeebrugge. Außerdem haben die Chinesen den griechischen Hafen von Piräus in ihrer Hand. Sogar in Venedig werden die Chinesen aktiv, um nur einige Beispiele zu nennen. All dies ist Teil des Plans »One Belt - One Road«, mit dem China den eurasischen Handel kontrollieren will. Chinesische Unternehmen und die chinesische Regierung arbeiten Hand in Hand, um diesen Plan umzusetzen.
[ Schlagwort GeoAußenPolitik ]


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