Es ist ein zweischneidiges Schwert. Ursula von der Leyen fährt einen wackeligen Kurs. Einerseits soll die Bundeswehr sich von jeglichem Ballast deutscher Militärgeschichte befreien und dabei das Kind mit dem Bade ausschütten und die ganze preußische Tradition über Bord werfen. Andererseits gibt es so viel Werbung für Militäreinsätze wie noch nie.
Der neueste Hit auf YouTube sind die Bundeswehr-Video-Dokumentationen über die Einssätze in Mali (siehe z.B. YouTube-Videos hier, hier und hier). Manche Videos sind gute Erklärungen über die Hintergründe. Doch die meisten Videos sind wie eine Mischung aus Hollywood Block Buster, Daily Soap Opera, Reality TV und vor allem Werbung gedreht.
Hier liegt das Problem: Es handelt sich um Einsätze in Kriegs- und Krisengebieten. Hier werden Menschen sterben. Auch deutsche Soldaten sind beispielsweise in Afghanistan umgekommen. Werden die Militäreinsätze verharmlost und den jungen Zuschauern als coole Events verkauft? Hat das die Wochenschau vor 70 Jahren nicht auch gemacht?
Ursula von der Leyen hat eine seltsame Vorstellung von der Bundeswehr. Einerseits sagt sie übereifrig allen NATO-Einsätzen zu und schickt unsere Soldaten in lebensgefährliche Regionen und macht sogar Werbung dafür – andererseits werden Fotos von Helmut Schmidt aus der Helmut-Schmidt-Universität entfernt, weil er auf den Bildern in Wehrmachtsuniform zu sehen ist.
Die Berliner Republik hat ein anderes Verhältnis zum Thema Auslandseinsätze als es die Bonner Republik hatte. Unter Konrad Adenauer, Willy Brandt, Helmut Schmidt und Helmut Kohl hätte man sich nicht so leicht an Auslandseinsätzen beteiligt und gewiss keine Reality-Show daraus gemacht.


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