Obwohl die einzelnen Bundesländer um die strengsten Corona-Auflagen wetteifern, reicht dies der Kanzlerin nicht. Angela Merkel wollte noch strengere Corona-Regeln durchsetzen. Beim Treffen mit den Vertretern der Bundesländer kam es zu Beginn der Woche dann auch zu heftigen Auseinandersetzungen. Einige Länderchefs verweigerten die Gefolgschaft und wehrten sich gegen die Bevormundung aus dem Kanzleramt [siehe auch Bericht »n-tv«].
Es ist auch ein Gerangel um Kompetenzen: Jeder will sich als Manager der Krise aufspielen. Einer der Kritikpunkte lag darin, dass aus dem Kanzleramt oft sehr kurzfristig Papiere mit Corona-Maßnahmen erarbeitet werden. Doch die 16 Bundesländer müssen erst darüber beraten, was sie übernehmen können oder nicht. Schließlich sieht die Lage nicht in jeder Region gleich aus. Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller kritisierte, dass in den letzten zwei bis drei Sitzungen die Zeit dafür zu kurz war. Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer kritisierte das Vorgehen. In den Entwürfen seien die Ergebnisse aus den Vorgesprächen mit den Ländern oft nicht wiedererkennbar. Hat sich Merkel wieder einseitig an die Ideen und Vorgaben ihrer Chef-Virologen gehalten?
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet bremste die Gespräche und warnte vor Schnellschüssen bei den Maßnahmen. Und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erkannte, dass es bei den einzelnen Bundesländern »unterschiedliche Akzente und Meinungen« gibt.


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