Die Ukraine ist »geopolitischer Dreh- und Angelpunkt«

Brzezinski_ Die Ukraine ist der geostrategische Schlüssel Russlands zur Weltmachtstellung

Nach Ex-US-Präsidenten-Berater Brzezinski ist die Ukraine ein »geopolitischer Dreh- und Angelpunkt, weil ihre bloße Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Russlands beiträgt. Ohne die Ukraine ist Russland kein eurasisches Reich mehr.«

Nach Zbigniew Brzezinski ist die Ukraine diesbezüglich ein »geopolitischer Dreh- und Angelpunkt, weil ihre bloße Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Russlands beiträgt. Ohne die Ukraine ist Russland kein eurasisches Reich mehr. [...] Wenn Moskau allerdings die Herrschaft über die Ukraine mit ihren Millionen Menschen, bedeutenden Bodenschätzen und dem Zugang zum Schwarzen Meer wiedergewinnen sollte, erlangt Russland automatisch die Mittel, ein mächtiges, Europa und Asien umspannendens Reich zu werden.«

Nicht nur im Weißen Haus, auch im Kreml sind die geostrategischen Entwürfe von Brzezinski bekannt. In seinem 1997 erschienen Buch »The Grand Chessboard« (deutsche Ausgabe: »Die einzige Weltmacht – Amerikas Strategie der Vorherrschaft«, Fischer: Frankfurt a. M. 1999) lässt er sich über die Bedeutung von Eurasien aus. Es sei im Interesse der USA, so Brzezinski, keinen eurasischen Herausforderer aufkommen zu lassen.

Die Seemacht USA könnte in eine geostrategische Abseitsposition geraten und an Einfluss verlieren, wenn auf dem eurasischen Kontinent eine Hegemonialmacht entstünde. In Eurasien leben fast 5 Milliarden Menschen, mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung. Außerdem befindet sich dort der Großteil der natürlichen Ressourcen. Ein eurasisches Bündnis von Lissabon bis Wladiwostok und Schanghai würde demnach das Ende der USA als Weltmacht bedeuten.

Diese Thesen dienen der Konterrhetorik von Wladimir Putin als Steilvorlage, wenn er die USA mit einer ebensolchen Idee der eurasischen Wirtschaftsunion von Lissabon bis Wladiwostok provoziert und vom kontinentalen Binnenhandel spricht. Gerade der Waren- und Rohstoffhandel zwischen Europa, Russland und Ostasien – zudem in Euro, Yuan und Rubel und nicht in Petrodollars durchgeführt – würde die Position Amerikas schwächen.

Eine Möglichkeit dies zu verhindern, ist die ehemaligen Sowjetrepubliken an den Westen zu binden. Wenn die Ukraine sich der EU und NATO anschließt, wird Russland isoliert und auf den Status einer östlichen Regionalmacht beschränkt.

[Siehe hierzu den Reportage-Artikel auf der Freien Welt mit ausführlicheren Hintergrunden HIER: »Eurasien im Sog der Geostrategie«]

Sven von Storch

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