Im britischen Finanzmagazin »The Economist« [Ausgabe vom 19. März, 2022, S. 9], dem Journal, das der typische Investor in der Londoner »City« neben der »Financial Times« gerne zum Tee liest, lästert man über Deutschlands Nachkriegs-Pazifismus. Doch nun sei eine Wende gekommen: »Germany: Pacifist no more«. Deutschland sei erwacht und erhebe sich gegen Russland: »The giant at the heart of Europe has woken up at last« — »Der Gigant im Herzen Europas ist endlich aufgewacht«
Was für ein Szenario stellen sich die britischen Finanzeliten denn vor? Was haben die ausgeheckt? Deutschland im Krieg gegen Russland? Und die anglo-amerikanische Welt profitiert?
Was in der britischen Finanzpresse gefeiert wird, sind vor allem die 100 Milliarden Euro Extra-Ausgaben für den bundesdeutschen Verteidigungshaushalt. Dies wird als Zeichen gewertet, dass eine Politikwende eingetreten ist und Deutschland militärisch aufrüsten wird, um Russland die Stirn zu bieten.
Dass sich Deutschland vom russischen Erdgas und Erdöl abwendet, wird in Großbritannien schon als beschlossene Sache angesehen. Auch dafür erntet die Ampel-Koalition Lob von den Briten. Dabei sind Scholz und Habeck noch eher zurückhaltend im Vergleich zu Friedrich Merz und Norbert Röttgen mit ihren Forderungen. Klar ist, dass aus Großbritannien und den USA Druck ausgeübt wird, Europa, die EU und insbesondere Deutschland gegen Russland zu positionieren.


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