Insgeheim hofft man immer noch auf ein Scheitern des Brexit

Brexit_ Doppeltes Spiel der EU

Der offizielle Austrittsgesuch ist unter Dach und Fach. Doch für die Details stehen zwei Jahre Verhandlungen an. Die EU ist nicht darauf erpicht, den Briten den Ausstieg leicht zu machen. Denn man stellt sich gleichzeitig darauf ein, dass der Brexit am Ende doch noch scheitern könnte.

Freie Welt

Das ist wie eine Ehe, die geschieden wird. Vor dem Familiengericht wird schmutzige Wäsche gewaschen und dem Ex-Partner mit Forderungen das Leben nachträglich noch einmal richtig zur Hölle gemacht.

Der Austritt Großbritanniens hat die EU bis ins Mark erschüttert. Nun wird nachgetreten. Als erstes besteht die EU darauf, dass die Verhandlungen in zwei Schritten vonstatten gehen: Erst soll der Ausstieg verhandelt werden, dann sollen die Beziehungen Großbritanniens zur EU neu verhandelt werden. Die Briten wollen aber beides gleichzeitig machen, denn das würde ja viel schneller gehen. Doch das ist nicht im Sinne der EU, denn diese bereitet sich nebenbei auch auf den Fall vor, dass der Brexit an den Details scheitert, wie unter anderen der Deutschlandfunk berichtete. Die Frage, die sich nun stellt: Hofft man insgeheim auf ein Scheitern und macht deshalb den Brexit so kompliziert, damit die Briten am Ende entnervt aufgeben?

Wie Spiegel-Online berichtete, hat EU-Ratspräsident Donald Tusk klargestellt, dass Großbritannien künftige Beziehungen und Deals nicht mit einzelnen EU-Ländern, sondern nur mit der EU als Ganzes verhandeln dürfe. Da sind sie wieder: die typischen EU-Restriktionen. Die Briten dürfen sich auf einen quälend langsamen und zähen Verhandlungsprozess einstellen.

 

 

Sven von Storch

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