Warum steigen die Umfragewerte der AfD? Palmer widerspricht dem Narrativ der Altparteien

Boris Palmer_ Die Menschen spüren, dass es mit Deutschland bergabgeht

Deutschland habe seinen Zenit überschritten, schreibt Grünen-Politiker Boris Palmer in der WELT. Die Menschen würden dies spüren und sich Sorgen um den Verlust ihrer Heimat und ihres Wohlstandes machen.

Die Politiker in der CDU/CSU, in der SPD und bei den Grünen tun oftmals so, als würden die AfD-Wähler nur Gespenster sehen und als seien deren Probleme nicht real. Stattdessen solle man sich um den Klimaschutz bemühen. Doch es gibt auch Ausnahmen in der Welt der Altparteien:

In der »Welt« [hinter Bezahlschranke] spricht der Grünen-Politiker Boris Palmer Klartext. Seiner Einschätzung zufolge würden die Menschen spüren, dass Deutschland im Niedergang begriffen ist.

Die Menschen seien weder taub noch blind: Sie sehen es, wenn in Freibädern Gewalt ausgeübt wird, wenn Gasthäuser geschlossen werden. Sie spüren es am eigenen Leib, wenn ihre Miete immer teurer wird. Sie spüren die Inflation und merken, dass es bergab geht.

Das sei der wahre Grund, warum immer mehr Bürger die AfD wählen.

Boris Palmer findet es falsch, die AfD-Wähler oder überhaupt das Wahlvolk »zu verhetzten Subjekten zu degradieren«. Man dürfe den Menschen nicht unterstellen, dass sie sich nur mit eingebildeten Problemen beschäftigen würden.

Vielmehr handele es sich um eine Art Verlustangst vieler Menschen, weil sie das Gefühl haben, ihren Wohlstand und ihre Heimat zu verlieren.

Damit hat Boris Palmer tatsächlich wichtige Punkte angesprochen. Es wäre an der Zeit, wenn die CDU/CSU sowie die Ampel-Parteien SPD, FDP und Grünen diese Tatsache endlich anerkennen würden.

Palmer schreibt:

»Ich glaube, dass es sich um Angst vor dem Verlust der Heimat handelt, verbunden mit der Sorge vor wirtschaftlichem und sozialem Abstieg.«

Und für sein Heimatland, das »Ländle«, Baden-Württemberg, konstatiert er:

»Die hiesige Schlüsselindustrie, der Fahrzeugbau, steht vor dem Verbot seines 125-Jahre-Dauerrenners, des Verbrennungsmotors, und Batterien sind hierzulande bisher nicht konkurrenzfähig herzustellen. Elektroautos made in Germany sind ein Ladenhüter. Wenn man den Trend im Automobilbau zehn Jahre weiter rechnet, ist Baden-Württemberg ein neues Ruhrgebiet.«

Wir meinen: Recht hat er! Das sehen viele Menschen so. In Baden-Württemberg wird es noch ein böses Erwachen geben, wenn die einst so profitable Automobilindustrie ins Wanken gerät und mit ihr die ganze Zuliefererindustrie.

Hinzu komme das Problem, dass Deutschland viele Menschen aufnehme, die weder einen berechtigten Asylanspruch haben noch etwas zur Wirtschaft beitragen, schätzt Palmer. Während immer mehr Deutsche Probleme bekämen, ihre Mieten zu bezahlen, müssten die Bürger zusehen, wie neue Wohnräume für Asylsuchende geschaffen werden.

Zu alledem kommt noch der Verlust des Sicherheitsgefühls. Die Bürger lesen von Gewalt und Messerattacken. Das schaffe Unsicherheit.

Boris Palmer rät den regierenden Parteien diese Probleme anzugehen. Ansonsten würden die Wähler weiterhin zur AfD wechseln.

[Siehe hierzu ausführlicher die Artikel von Palmer in der »Welt« HIER und in den »Stuttgarter Nachrichten« HIER.]

Sven von Storch

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