Droht uns neben dem Krieg in der Ukraine ein zweiter Kriegsschauplatz, und zwar in Fernost? Als Reaktion auf die wiederholten chinesischen Militärmanöver hat der US-amerikanische Präsident Joe Biden bei seinem Besuch in Japan angekündigt, den Inselstaat Taiwan notfalls auch mit militärischen Mitteln zu verteidigen [siehe Bericht »n-tv«].
Das ist eine neue Dimension in der Pazifik-Politik. Bislang hatten die USA keine offizielle Verpflichtung zur Verteidigung Taiwans abgegeben. Doch die Äußerungen Bidens werden nun als solche Verstanden. Die USA wäre damit nicht allein im Boot. Auch Großbritannien, Australien und Japan rücken mit den USA näher zusammen, um im Ernstfall Taiwan beizustehen.
Die Reaktion aus Peking fällt entsprechend schroff aus. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Wang Wenbin, erklärt:
»Niemand sollte die starken Fähigkeiten des chinesischen Volkes bei der Verteidigung der nationalen Souveränität und territorialen Integrität unterschätzen.«
Er warnt: »Man darf sich nicht gegen 1,4 Milliarden Chinesen stellen.« Die Taiwan-Frage sei für China »eine rein interne Angelegenheit«, bei der es »keinen Raum für Kompromisse oder Zugeständnisse« gebe.
Interessant in diesem Zusammenhang ist die Meldung, dass verschiedene US-Unternehmen wie beispielsweise Apple wohl planen, ihre Produktion von Computern und Handys von China in andere Länder wie Vietnam und Indien zu verlagern.


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