US-Präsident Joe Biden hat den kompletten Import-Stopp von russischem Erdöl angekündigt [siehe Bericht »ZEIT«]. Zwar hat die US-Industrie einen großen Energiehunger. Doch neben der umfangreichen eigenen Förderung in Texas, Alaska und im Golf von Mexiko beziehen die Vereinigten Staaten Erdöl vor allem aus Kanada und Mexiko. Auch aus Lateinamerika und dem Nahen Osten wird Öl importiert.
Europa ist sehr viel abhängiger vom russischen Erdgas und Erdöl als die USA; besonders Deutschland mit seiner umfangreichen Industrieproduktion. Daher ist es durchaus der Realpolitik und nackten Wirtschaftsfakten geschuldet, dass Olaf Scholz und sein Wirtschafts- und Energieminister Robert Habeck es nach wie vor ablehnen, Deutschland von der Energiezufuhr aus Russland komplett abzuschneiden. Habeck befürchtet gar soziale Unruhen in Deutschland, sollte die Energiezufuhr aus Russland komplett zusammenbrechen.
Noch dramatischer sieht es aus, wenn Russland auf die Sanktionen regiert, indem es kein Erdöl und Erdgas mehr in den Westen liefert, sondern sich stattdessen stärker auf China als Abnehmer konzentriert. Das würde der europäischen und insbesondere der deutschen Wirtschaft sehr viel stärker schaden als den USA. Europa wäre im Energiekrieg der große Verlierer.


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