Sieht so pan-arabische Solidarität aus? Während Deutschland seit 2011 fast eine Million Syrer aufgenommen hat, die über die Türkei und viele Drittstaaten Europas nach Mitteleuropa gekommen sind, macht Ägypten die Grenze zum Nachbarland Gaza zu.
Ägyptens Präsident Abd al-Fattah as-Sisi und seine Regierung befürchten eine Massenflucht und »unkontrollierte Zuwanderung« [siehe u.a. Bericht ZDF].
Daher wurde die Südgrenze des Gaza-Steifens von ägyptischer Seite aus geschlossen. Bereits vor einigen Jahren hatte Ägypten dort eine Betonmauer errichtet.
Ägypten will am Grenzübergang Rafah Hilfsgüter nach Gaza lassen sowie Kranke aus den Krankenhäusern aufnehmen. Der Rest der 2,3 Millionen Palästinenser im Gaza-Streifen soll dort bleiben. Sie sollen dort ausharren, ruft ihnen der ägyptische Präsident zu. Wörtlich sagte as-Sisi: »Es ist wichtig, dass die Menschen standhaft bleiben und ihr Land nicht verlassen.«
Wie kann das sein? Einer der Gründe ist die instabile Lage Ägyptens. Im Norden der Sinai-Halbinsel hat es in den letzten Jahren immer wieder Terroranschläge islamistischer Gruppen gegeben.
Aber warum kann Ägypten nicht wenigstens die Frauen, Kinder, alten Menschen und sonstige definitiv nicht-militante Zivilisten über die Grenze lassen?
Ausnahmen gibt es nur für Doppel-Pass-Palästinenser mit zweiter Staatsangehörigkeit, also für solche, die noch einen deutschen, britischen, französischen, US-amerikanischen oder sonstigen gültigen zweiten Pass haben. Und selbst dieses Zugeständnis musste den Ägyptern mühselig abgerungen werden.
Deutlich wird: Ägypten lässt die Palästinenser im Stich und fördert somit die Konfrontation und Eskalation zwischen Israel und der Hamas.


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