Jared C. Kushner ist Unternehmer und neuerdings Politikberater seines Schwiegervaters Donald J. Trump. Er ist mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet. Diese Ehe hat ihm die Tür ins Weiße Haus geöffnet.
Als Sohn einer jüdisch-orthodoxen Unternehmersfamilie aus New York ist er ein anerkannter Freund Israels. Eigentlich war dies von Anfang an auch der Öffentlichkeit bekannt. Er machte auch kein Geheimnis daraus, dass er Benjamin Netanjahu unterstützt.
Jared Kushner ist Vorsitzender einer familieneigenen Stiftung, die bereits über 100 Millionen US-Dollar an zumeist jüdische Institutionen und Organisationen stiftete. Seine Großmutter war Mitbegründerin des »United States Holocaust Memorial Museum«. Seine Familie gilt als wohlhabend. Man kann sagen, dass Kushner durchaus zum New Yorker Establishment gehört.
Was ist dann eigentlich daran der Aufreger, dass Jared Kushner geheime Geschäftsbeziehungen nach Israel haben soll (siehe Berichte New York Times, n-tv, Handelsblatt, Kurier)?
Es ist schlicht die Masse der Wirtschaftsinteressen, Beziehungen und Deals, die Kusher mit israelischen Geschäftsleuten verbindet. Kritiker werfen ihm vor, dass er mit einem solchen Hintergrund unmöglich ein fairer und neutraler US-Sonderbeauftragter sein könne, der sich um den Israel-Palästina-Konflikt kümmern soll. Wie soll das gehen?
Auch die Personen, mit denen er seine Deals abgeschlossen hat, sind umstritten. So hat er mit Raz Steinmetz, dem Neffen von Beny Steinmetz, Immobilien-Deals abgeschlossen. Es ging um Bauprojekte in Manhattan. Der Milliardär Beny Steinmetz gilt als reichster Mann Israels und ist wegen seiner Geschäfte auch in Israel umstritten.
Wie auch immer man die Verhältnisse deuten möchte, wirklich neutral kann man sich Kushner für seine Aufgabe nicht vorstellen. Doch das ist als Sonderbeauftragter und Vermittler in einer der heikelsten Fragen des Nahen Ostens grundlegend.


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