Es war wie eine verlockende Falle. Das Reich der Mitte lockte mit einem riesigen Markt und günstigen Produktionsbedingungen. Kein Stress mit Gewerkschaften, Arbeitnehmerrechten, Umweltschutzregulierungen. Und an Chinas Rohstoffhunger konnten sich Rohstoffexporteure eine goldene Zukunft verdienen.
Jetzt kommt Schritt für Schritt das große Erwachen.
Viele Staaten haben sich zu sehr von China abhängig gemacht. Unter den westlichen Staaten sind Australien und Neuseeland besonders betroffen. China ist Abnehmer vieler Rohstoffe aus Australien. Chinesische Studenten bringen jährlich Geld an australische Universitäten.
Der australische Top-Ökonom Chris Richardson warnte schon vor einigen Jahren vor den Nebenwirkungen des anhaltenden Wirtschaftsbooms in Australien. Denn die Gründe für den Aufschwung lagen nicht in Australien selbst, erklärte er, sondern im Rohstoffhunger der wachsenden chinesischen Industrie.
»Unsere Wirtschaft hängt sehr stark vom Rohstoff-Export ab und es ist wirklich fraglich, ob wir dem Rohstoff-Fluch auf Dauer werden entrinnen können«, warnte Richardson, wie damals die »Welt« berichtete. »Ein Drittel unserer Exporte geht nach China. Der Aufstieg Chinas ist Australiens Erfolgsrezept, macht uns aber auch sehr verletzlich. Wir setzen bei unserer wirtschaftlichen Entwicklung alles auf eine Karte und die trägt den Namen China.«
Jetzt sind Australien und China auf Konfrontationskurs.
Australiens Regierung verlangt eine unabhängige Untersuchungskommission, um den Ursprung des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 und die Fehler zu Beginn der Pandemie aufzuklären.
Das kommunistische Regime in Peking ist wegen dieser Forderungen empört und reagiert harsch [siehe Bericht »Business Insider«]: China stoppte die Einfuhr australischen Rindfleischs. Chinas Botschafter drohte, australische Universitäten zu boykottieren. Derzeit studieren Zehntausende von jungen Chinesen in Australien. Sie sind eine bedeutende Einnahmequelle für australische Universitäten. Außerdem wurde mit Strafzöllen auf australische Gerste gedroht.
Für andere Staaten sind solche Konflikte lehrreich: Denn sie zeigen, wie knallhart und selbstbewusst China mittlerweile regiert. Peking ist sich spätestens seit dem Amtsantritt von Xi Jinping seiner Macht in der Welt bewusst geworden und hat gelernt, Staaten unter Druck zu setzen. Man ist kein aufsteigendes Schwellenland mehr, sondern die kommende Supermacht, der nur noch die USA im Wege stehen, um an die Spitze zu gelangen [siehe Bericht »Breitbart«].


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