Merz und Pistorius in Litauen: Bundeswehr soll NATO-Ostflange schützen

Aufrüstung an der Ostfront_ Deutsche Panzerbrigade mit 5.000 Soldaten dauerhaft in Litauen

Merz und Pistorius waren zum feierlichen Appell der neuen Bundeswehrbrigade in Litauen. Langfristig sollen dort 5.000 Bundeswehrsoldaten das Baltikum gegen Russland schützen. Die erhöhten Verteidigungsausgaben sollen bei der Finanzierung helfen.

CDU-Kanzler Friedrich Merz und sein SPD-Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärten bei einem Treffen in der litauischen Hauptstadt Vilnius die Bedeutung der Sicherheit der baltischen Staaten für Deutschland und die NATO, nach dem Motto: Deutschlands Demokratie werde auf dem Baltikum verteidigt [siehe Bericht DW und BR24].

Anlass des deutschen Stelldicheins in Litauen war die Aufstellung der neuen Panzerbrigade 45 der Bundeswehr. Diese Brigade soll aus etwa 5.000 Soldaten bestehen. Sie wurde bereits Anfang April 2024 in Dienst gestellt und soll nun dauerhaft dort stationiert sein.

Eine solch dauerhafte Stationierung ist neu für die Bundeswehr. Bislang waren Bundeswehrsoldaten nur im Rahmen von temporären Missionen im Ausland stationiert.

Das Narrativ für diese Entscheidung ist, dass dies eine Reaktion auf den »russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine« darstellen soll.

Litauen liegt strategisch zwischen dem einst ostpreußischen Königsberg bzw. der heutigen russischen Exklave-Provinz Kaliningrad und Weißrussland bzw. Belarus.

Ds baltische Land baut derzeit eine eigene Panzertruppe mit 44 Leopard 2 A8 auf. Diese soll mit der Bundeswehr dann zusammenarbeiten. (Man fragt sich: So wie im Zweiten Weltkrieg Litauer und Wehrmacht Seite an Seite gegen die Rote Armee gekämpft haben?).

Von den geplanten rund 5.000 Bundeswehrsoldaten sind derzeit erst 500 Soldaten vor Ort. Doch bis 2027 soll die Stationierung abgeschlossen sein. Dafür werden extra Kasernen, Straßen und Schulen gebaut. Die Erhöhung der Verteidigungsausgaben durch die Merzel-Regierung soll helfen, die dauerhafte Stationierung finanziell zu stemmen.

Um Personalengpässe zu überwinden und Freiwillige anzulocken, sollen höhere Auslandszuschläge und bessere Standort-Bedingungen angeboten werden. Das ist sicher verlockend, doch wer immer sich dort stationieren lässt, wird im Ernstfall zu den ersten Einsatztruppen an der Ostfront gehören.

Hoffen wir, dass es niemals zu einem solchen Ernstfall kommt.

Sven von Storch

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