Man dürfe Putin kein Motiv für eine Ausweitung des Krieges geben

Alice Schwarzer bleibt dabei_ Wir dürfen nicht in den Dritten Weltkrieg hineinrutschen

Es gehe nicht darum, der Ukraine die Hilfe zu verweigern. Es gehe darum, eine Eskalation zu verhindern, die zum Dritten Weltkrieg führt.

Alice Schwarzer hat zusammen mit vielen Prominenten in einem Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz appelliert, keine schweren Waffen an die Ukraine zu liefern, um dem russischen Präsidenten Wladimir Putin kein Motiv für eine Ausweitung des Krieges zu geben. Vielmehr möge Scholz alles dazu beitragen »dass es so schnell wie möglich zu einem Waffenstillstand kommen kann; zu einem Kompromiss, den beide Seiten akzeptieren können.«

Der Brief ist bis Dienstagmittag bereits von rund 160.000 Menschen digital unterzeichnet worden.

Im ZDF-»Morgenmagazin« hat Schwarzer auf Kritiker des Briefes reagiert. Sie weist Vorwürfe von sich, man würde die Ukraine im Stich lassen. Auch dürfe man die vielen Unterzeichner nicht in die rechte Ecke rücken. Tatsächlich sei die Bevölkerung laut Umfragen geteilter Meinung, ob man schwere Waffen in die Ukraine liefern solle oder nicht. Es bestehe also gesamtgesellschaftlicher Diskussionsbedarf. Bei der Lieferung bestimmter Waffen, von z.B. »Angriffswaffen«, müsse man sich fragen, so Schwarzer, ob das von Russland als Kriegsbeteiligung interpretiert werden könnte. Es gebe eine echte Gefahr, dass die Welt in einen Dritten Weltkrieg abdrifte. Das müsse verhindert werden. Darum gehe es ihr und den anderen Unterzeichnern des offenen Briefes an Bundeskanzler Scholz.

Sven von Storch

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