Lula berichtet in einer Rede, dass er den Namen eines Brasilianers an Olaf Scholz weitergegeben hat, der einen Minister des Obersten Gerichtshofs beleidigt hat.
Der wahrscheinlich mächtigste Mann Brasiliens, Alexandre de Moraes, Richter am Obersten Gerichtshof, wurde am 14. letzten Monats am Flughafen von Rom angefeindet.
Das brasilianische Ehepaar Roberto Mantovani Filho und Andrea Mantovani beschimpfte den Minister als "Verbrecher, Kommunisten und gekauft".
Laut Alexandre de Moraes griff der Mann sogar körperlich seinen Sohn an. Was genau passiert ist, wissen wir noch nicht. Die Aufnahmen sollen jedoch noch diese Woche in Brasilien veröffentlicht werden.
Moraes war am Flughafen in Begleitung seiner Familie. Der Minister kehrte von der Universität Siena zurück, wo er auf dem Internationalen Forum für Recht eine Rede hielt.
Ein Detail ist erwähnenswert: Moraes' Teilnahme an der Veranstaltung wurde von einer Unternehmensgruppe gesponsert, die an der Pharmafirma Vitamedic beteiligt ist, die während der Pandemiezeit wegen Verbreitung von Falschnachrichten verurteilt wurde und deren Berichterstatter ausgerechnet Alexandre de Moraes ist.
Als das brasilianische Ehepaar in Brasilien ankam, wurden sie hart von der Bundespolizei verhört, obwohl die Anfeindungen im Ausland begangen wurden. Das Haus des Paares wurde durchsucht und persönliche Objekten wurden beschlagnahmt, was eine klare Demonstration von Einschüchterung und Willkür darstellt.
Tage später schlug der amtierende Präsident Brasiliens, Lula, ein Gesetzesvorhaben vor, das eine 40-jährige Strafe für diejenigen vorsieht, die "gegen die Demokratie" vorgehen, das heißt gegen ihn selbst und seine Verbündeten.
Am bemerkenswertesten ist, dass Lula, wenige Tage nach dem Vorfall in Rom, in einer Rede behauptete, den Namen von Roberto Mantovani dem deutschen Bundeskanzler übergeben zu haben. Der Grund dafür ist, dass Herr Mantovani eine geschäftliche Verbindung zu deutschen Unternehmen hat.
Ob es tatsächlich Kontakt zwischen den beiden Politiker gab, ist nicht bekannt. Aber es fällt auf, wie offen Lula darüber sprach, den Namen eines Brasilianers an den deutschen Bundeskanzler weitergegeben zu haben, um ihn verfolgen zu lassen.
Der Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich dazu nicht geäußert.
Lulas Partei und die SPD betrachten sich als Schwesterparteien und haben eine lange Geschichte der Zusammenarbeit.
Vor einigen Monaten nutzte die brasilianische Regierung ihre diplomatischen Mittel, um die Abgeordnete Beatrix von Storch wegen eines Instagram-Beitrags zu bestrafen, in dem sie Alexandre de Moraes kritisierte.
Beide Fälle deuten stark darauf hin, dass der Minister tatsächlich der mächtigste Mann Brasiliens ist und keine Kritik von Ausländern, selbst im Ausland, duldet.
Das ist die brasilianische Führung, die von der deutschen Regierung umworben wird.


Add new comment