Heiko Maas, offiziell Deutschlands Außenminister, aber faktisch ein Dilettant als oberster Diplomat, hat komplett versagt. So schallt es aus allen Richtungen. Sogar Rücktrittsforderungen wurden laut. Er war vollkommen unfähig, die Lage und die Entwicklungen in Afghanistan einzuschätzen. Doch Maas hat nicht die Größe und das Rückgrat, Verantwortung zu übernehmen. Er schiebt die Schuld auf den Bundesnachrichtendienst (BND).
Doch selbst der BND hatte davor gewarnt, dass die Taliban noch vor dem 11. September Kabul einnehmen könnten. Immer wieder gab was Warnungen und Berichte von Geheimdiensten, Militärs, Strategen, Diplomaten und Afghanistan-Experten, dass die vom Westen ausgebildeten Sicherheitskräfte Afghanistans nicht stark genug seien, um gegen die Taliban oder sonstige Terrorarmeen etwas ausrichten zu können.
Schon 2019 veröffentlichte die »Washington Post« eine Sammlung der Berichte, die im Laufe der Jahre angehäuft waren. Die Presse berichtete weltweit darüber. Doch der deutsche »Außenminister« schien all die Zeit die Entwicklungen nicht ausreichend verfolgt zu haben. Noch wenige Wochen vor dem Desaster von Kabul erklärte Maas im Bundestag, dass eine Einnahme Kabuls durch die Taliban nicht unmittelbar drohe.
Die Merkel-Regierung wollte durch einen übereilten Abzug keine falschen Signale setzen. Doch die Folge dieser Fehleinschätzung sind fatal.
Afghanistan-Einsatz war von Beginn an ein Himmelfahrtskommando ohne Aussicht auf Erfolg
Der Afghanistan-Einsatz stand von Beginn an unter einem schlechten Stern. Jeder hatte klar die Bilder vor Augen, wie die Sowjetunion in Afghanistan gescheitert ist.
Dass Deutschland den Amerikanern blind ins Himmelsfahrtskommando gefolgt ist, lag zunächst an der Inkompetenz der rot-grünen Schröder-Regierung. Der damalige Kanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer haben sich klaglos dem NATO-Bündnisfall angeschlossen. Der damalige Bundesverteidigungsminister Peter Struck hatte öffentlich erklärt, dass die Freiheit des Westens am Hindukusch verteidigt werde. Die Merkel-Regierung hatte das Erbe kritiklos angetreten und weitergemacht wie bisher.
Die Amerikaner hatten schnell eingesehen, dass sie in ein Fiasko hineinmarschiert waren, konnten aber aus der Falle nicht mehr heraus, die sie sich selbst gegraben hatten. Die Mudschaheddin, die Al-Qaida-Terroristen und die Taliban kämpften größtenteils mit Waffen, die die US-Amerikaner einst nach Afghanistan brachten, um den Widerstand gegen die Sowjets zu unterstützen. Auch Al-Qaida war in diesem Zusammenhang gegründet worden. Nun standen die US-Truppen als Folge des 11. Septembers in Afghanistan, um die von ihnen einst selbst unterstütze Al-Qaida-Miliz zu kämpfen.
20 Jahre lang versuchten die Amerikaner und ihre Verbündeten, die Taliban zurückzuhalten, Terroristennester auszuschalten, eine demokratische Regierung im Lande aufzubauen.
Was haben sie am Ende erreicht? Die afghanische Regierung ist geflohen, die afghanische Armee ist zu den Taliban übergelaufen, die Taliban haben Kabul erobert, die Terroristen sind nach wie vor im Lande und schicken den Amerikanern mit ihren Anschlägen zum Abschied einen blutigen Gruß mit grausamer Botschaft.
Es lässt sich nicht schönreden: Der längste Krieg Amerikas ist genauso eine schmachvolle Niederlage wie jene in Vietnam. Und die Bundesregierung ist den Amerikanern stets klaglos und kritiklos hinterhergelaufen wie eine Schafherde. Offensichtlicher kann man die eigene Inkompetenz nicht zur Schau stellen.
Merkel, Kramp-Karrenbauer, Scholz und Maas sollten die Konsequenzen ziehen und Verantwortung für ihr Versagen übernehmen.


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