Die Dominanz des US-Dollars und der von den USA dominierten Organisationen (IWF, Weltbank) wird von immer mehr Staaten als erdrückend angesehen.
Tobias Heidland vom Kieler Institut für Weltwirtschaft erklärt gegenüber dem SRF: »Ein grosses Problem ist die Abhängigkeit von der amerikanischen Geldpolitik. Wenn die US-Zentralbank die Zinsen erhöht, verteilt sich das in die ganze Welt. Wenn die FED die Zinsen erhöht, verteilt sich das in die ganze Welt. So kann etwa ein Vertrag, den ein chinesisches Unternehmen mit einer russischen Firma in Dollar geschlossen hat, verändert werden wegen einer Entscheidung in Washington. Solche Risiken möchte man eigentlich nicht haben.«
China und Russland arbeiten als strategische Partner auch aus anderen Gründen an der Entmachtung des US-Dollars als Weltleitwährung. China will die Vorherrschaft der USA auf den Finanzmärkten brechen und die Bedeutung der eigenen Währung Yuan-Renminbi stärken.
Die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) sind der Kern der Anti-Dollar-Allianz. Nachdem nun auch Staaten wie Saudi-Arabien und der Iran erklärt haben, ihren Handel mit Asien nicht mehr in US-Dollar abzuwickeln, rückt nun Ägypten nach.
Das 112-Millionen-Einwohner-Land am Nil signalisiert Interesse, sich den BRICS anzuschließen. Außerdem hat Ägypten angekündigt, den Handel mit Russland und China nicht mehr in US-Dollar, sondern in Rubel und Yuan abzuwickeln [siehe Bericht »Firstpost«].
Insgesamt haben in diesem Frühjahr 19 Nationen angekündigt, sich den BRICS-Staaten anzuschließen.


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