Seit dem 6. Mai 2025 führt Friedrich Merz als Bundeskanzler die schwarz-rote Koalition aus CDU/CSU und SPD. Doch nach 100 Tagen im Amt steht der CDU-Politiker im Kreuzfeuer der Kritik. Umfragen zeigen einen drastischen Rückgang seiner Beliebtheit. Und selbst die Mainstream-Presse zeichnet das Bild einer Regierung, die ebenso unbeliebt ist wie die viel gescholtene Ampel-Koalition.
Umfragen spiegeln Unzufriedenheit: Merz schneidet schlechter als Scholz ab
Aktuelle Umfragen zeichnen ein düsteres Bild der ersten 100 Tage von Friedrich Merz. Laut dem RTL/ntv-Trendbarometer sind nur 29 Prozent der Befragten mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden, während 67 Prozent unzufrieden sind – ein Anstieg um drei Prozentpunkte innerhalb einer Woche. Eine Insa-Umfrage für »Bild am Sonntag« bestätigt diesen Trend: 59 Prozent bewerten Merz’ Arbeit negativ, nur 30 Prozent positiv. Im Vergleich schneidet sein Vorgänger Olaf Scholz besser ab – im März 2022 waren 43 Prozent mit Scholz zufrieden, nur 41 Prozent unzufrieden. Auch die Koalition aus Union und SPD kommt schlecht weg: 60 Prozent der Bürger sind mit der Regierung unzufrieden, nur 27 Prozent zufrieden. Diese Zahlen zeigen, dass Merz die Erwartungen vieler Wähler nicht erfüllt, obwohl er mit dem Versprechen eines »Politikwechsels« angetreten ist.
Außenpolitik im Fokus, Innenpolitik im Chaos
Ein Hauptvorwurf lautet, dass Merz sich zu stark auf die Außenpolitik konzentriert und innenpolitische Probleme vernachlässigt. Konflikte wie der Ukraine-Krieg und der Nahost-Konflikt dominieren seine Agenda, während innenpolitische Themen wie Wirtschaft, Arbeit und Pflege auf der Strecke bleiben. Die Entscheidung, Waffenexporte nach Israel teilweise auszusetzen, sorgte für Streit innerhalb der Union und wurde von Linken und Grünen als »zu wenig, zu spät« kritisiert.
Zudem brodelt es in der Koalition: Der Streit um die Neubesetzung des Bundesverfassungsgerichts und die SPD-Vorschläge zur Richterwahl haben die CDU gespalten, was Zweifel an Merz’ Führungsstärke weckt. Politikexperten wie WELT-Journalist Robin Alexander werfen ihm vor, die Sorgen der Bürger – etwa um die wirtschaftliche Lage – nicht ausreichend anzugehen. Beatrix von Storch konstatiert: »Merz ist der falsche Mann für das falsche Amt.«
Wirtschaftliche Krise und Haushaltschaos
Die wirtschaftliche Lage verschärft die Kritik an Merz. Die Produktion bricht laut Berichten ein, und die Arbeitslosenzahlen nähern sich der Drei-Millionen-Grenze. Trotz eines ambitionierten 500-Milliarden-Euro-Fonds zur Modernisierung der Infrastruktur über zwölf Jahre stagniert die Wirtschaft: Im zweiten Quartal 2025 schrumpfte das BIP um 0,1 Prozent, nach einem leichten Anstieg von 0,3 Prozent im ersten Quartal. Kritiker werfen Merz vor, die versprochenen Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung ließen auf sich warten. Zudem sorgt das drohende Haushaltschaos für Unruhe: SPD und CDU diskutieren Steuererhöhungen, während die Staatsschulden auf über eine Billion Euro steigen. Solche Maßnahmen treffen auf wenig Verständnis in der Bevölkerung, die sich mehr finanzielle Entlastung wünscht.
Koalitionsstreit und interne Kritik
Merz steht nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in den eigenen Reihen unter Druck. Seine Entscheidung, Waffenexporte nach Israel zu begrenzen, wurde von der CSU nicht mitgetragen, was die Spannungen in der Union offenlegt. Kanzleramtschef Thorsten Frei musste klarstellen, dass die Unterstützung für Israel unverändert bleibt, doch der Schaden war bereits angerichtet. Posts auf X zeigen, dass selbst konservative Stimmen Merz vorwerfen, kein Gespür für die Basis zu haben. Zudem sorgt der Vorschlag von Kultur-Staatsminister Wolfram Weimer, das Gendern im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu verbieten, für Spott und Kritik – viele sehen darin eine rückwärtsgewandte Bevormundung. Die Unfähigkeit, die Koalition zusammenzuhalten, schadet Merz’ Image als starker Führer.
Pessimismus prägt die Zukunftsaussichten
Die Stimmung in der Bevölkerung ist düster. Laut einer Ipsos-Umfrage blicken nur 23 Prozent der Deutschen optimistisch in die Zukunft unter Merz, während 53 Prozent pessimistisch sind. Die Frage, ob die Koalition bis 2029 hält, spaltet die Bürger: 52 Prozent glauben daran, 43 Prozent erwarten ein vorzeitiges Ende, ähnlich wie bei der Ampel-Koalition. Die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner spricht gar von einem »Fiasko« und kritisiert die ungerechte Verteilung der finanziellen Mittel. Diese scharfen Worte unterstreichen, dass Merz’ Regierung die Hoffnungen vieler Bürger auf einen Neustart nicht erfüllt hat.
Merz vor einer ungewissen Zukunft
Nach 100 Tagen im Amt steht Friedrich Merz vor einer ernüchternden Bilanz. Seine Beliebtheitswerte sinken, die Koalition wackelt, und die Presse spricht von einem »Fehlstart«. Während Merz in der Außenpolitik präsent ist, fehlt es an überzeugenden Lösungen für die drängenden Probleme in Deutschland – von der Wirtschaftskrise bis zur sozialen Gerechtigkeit. Die CDU preist Maßnahmen wie die »Aktivrente« oder das Deutschlandticket, doch diese stoßen in der Bevölkerung auf wenig Resonanz. Sollte Merz es nicht schaffen, die Koalition zu einen und konkrete Erfolge vorzuweisen, droht seiner Regierung ein ähnliches Schicksal wie der Ampel-Koalition: ein vorzeitiges Ende im Chaos.


Add new comment