Von Maos Schreckensherrschaft zum hypermodernen Überwachungsstaat

100 Jahre Totalitarismus, 100 Millionen Tote_ Jubiläum der Kommunistischen Partei Chinas

In dieser Woche wurde mit riesigem Aufgebot das Jubiläum der Kommunistischen Partei Chinas gefeiert. Nicht erwähnt: Kaum eine Organisation hat so viele Menschenleben auf dem Gewissen wie die KPCh. Es dürften fast 100 Millionen sein.

Festmärsche, Festreden, Lobeshymnen, Selbstbeweihräucherung: In dieser Woche wurde mit riesigem Aufgebot das 100-jährige Jubiläum der Kommunistischen Partei Chinas gefeiert.

Aus aller Welt kamen Wünsche und Gratulationen. Viele Prominente verneigen sich vor Chinas Wirtschaftswunder. Sogar Supermilliardär Elon Muskt lobte China.

Die KPCh hat Millionen Menschenleben auf ihrem Gewissen

Doch das ist Heuchelei. Denn gerade jetzt ist die Lage zwischen China und dem Rest der Welt mehr als angespannt. Corona, Taiwan, Handelskrieg, Wettrüsten mit den USA, Patentverletzungen, Ethnozid an den Uiguren in Xinjiang — das ist nur die Spitze des Eisberges.

Der Weg der Kommunistischen Partei Chinas ist mit Leichen gepflastert.

Es fing schon mit dem Langen Marsch an, bei dem nur 10 Prozent der fast hunderttausend Anhänger überlebten. Die KPCh überzog China mit Tod und Bürgerkrieg, verscheuchte die Regierung nach Taiwan und stellte dann ein Schreckensregime auf.

Beim »Großen Sprung nach vorn«, einer misslungenen Aktion von Mao Zedong in den Jahren 1958 bis 1961, China quasi über Nacht zur Industrienation umzuwandeln, brach die komplette Agrarwirtschaft zusammen. Die folgende Hungersnot war die weltweit größte des 20. Jahrhunderts. Allein in dieser Zeit kamen – je nach Schätzung – etwa 20 bis 50 Millionen Menschen ums Leben.

Auch bei der Kulturrevolution kamen mehrere Millionen Menschen ums Leben. Hinzu kommen all die Verfolgungen der Minderheiten, besonders in Tibet und Xinjiang.

Das heutige China der KPCh ist Weltrekordhalter bei Hinrichtungen und Spitzenreiter bei der technologischen Total-Überwachung

Bis heute ist China Weltrekordhalter bei Todesurteilen und Hinrichtungen. Schätzungen zufolge werden in China jährlich mehr Menschen hingerichtet, als in allen anderen Staaten zusammengenommen.

Hinzu kommt der totale Überwachungsstaat, der alles bisher Gewesene übertrifft. Es gibt mittlerweile hunderte Millionen Überwachungskameras, täglich werden es mehr, mit Gesichtserkennungs-Software. Außerdem wird das komplette Internet permanent nach Informationen über die Bürger gescannt. Über das Sozialpunktesystem bekommen die Bürger direkt mit, wie sie vom System überwacht und bewertet werden.

China hat zwei Seiten: Auf der einen Seite hat das Land wirtschaftlich viel zustande gebracht. Auf der anderen Seite ist es eine gruselige Dystopie, eine Warnung an die ganze Welt, niemals zuzulassen, dass chinesische Verhältnisse übernommen werden.

Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit wurden Menschen so engmaschig überwacht und kontrolliert wie in der heutigen Volksrepublik der Kommunistischen Partei Chinas.

Ein Grund zum Feiern ist das nicht. Es ist eine Warnung an die Menschheit.

Sven von Storch

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