China missachtet WHO-Richtlinien

Verharmlosung des Coronavirus_ Peking verzerrt Statistik

Über viele Tage entwickelte sich die Zahl der Infizierten exponentiell. Plötzlich schien die Rate der Neuinfektionen abzuschwächen. Der Grund: Peking mogelt. Jetzt werden nur noch solche gezählt, die Symptome haben. Das ist höchst gefährlich. Denn bereits in der Inkubationszeit sind Infizierte ansteckend.

Über viele Tage entwickelte sich die Zahl der Infizierten nahezu exponentiell. Plötzlich schien die Rate der Neuinfektionen abzuschwächen. Grund zur Beruhigung? Mitnichten.

Der Grund, warum die Zahl der Neuinfizierten scheinbar nicht mehr so schnell wächst, ist ernüchternd: Peking mogelt. Die nationale Gesundheitsbehörde in China zählt jetzt nur noch solche in die Statistik hinzu, die schon Symptome zeigen [siehe Bericht »n-tv«, »Taiwan News«]. Der Nachweis einer Infektion reicht nicht mehr aus, um in die Statistik aufgenommen zu werden. Diese neue Regelung wurde letzten Freitag beschlossen.

Damit verstößt Peking gegen die WHO-Regeln. Und die ganzen Kurven und Statistiken, die weltweit geführt werden, sind nun ungültig: Die Kurven stimmen nicht mehr, weil die neuen Zahlen nicht mehr zu den alten passen.

Die Mogelei in China ist höchst gefährlich. Auch wenn betroffene Menschen, die sich mit dem neuen Coronavirus (2019-nCoV) infiziert haben, noch keine Symptome zeigen, also noch in der vierzehntägigen Inkubationszeit sind, sind sie dennoch hochgradig kontagiös. Selbst wenn sie nur Türgriffe berühren, können sie zur Weiterverbreitung des Virus beitragen. Die Ansteckungsgefahr ist enorm.

Der Statistik war vermutlich von Anfang an nicht zu trauen, weil viele Menschen vor allem in der Millionenstadt Wuhan und in der Provinz Hubei in ihren Wohnungen eingeschlossen sind und viele sich nicht trauen, zum Krankenhaus zu gehen. Wegen des Ausfalls des öffentlichen Personennahverkehrs können viele Chinesen sowieso nicht zum Krankenhaus gelangen. Viele andere trauen sich nicht dorthin, aus Angst, dort erst recht infiziert zu werden. Außerdem kommen die Ärzte mit den Diagnosen nicht hinterher.

Mittlerweile gibt es mehr als 1.000 Tote.

Sven von Storch

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