Trotz Bündnis mit Iran: Auch Chinas Wirtschaft leidet unter der Sperrung der Straße von Hormus

Xi Jinping fordert erstmals die Wiederöffnung der Straße von Hormus

Chinas Präsident Xi Jinping drängt in Telefonat mit Saudi-Arabiens Kronprinzen Mohammed bin Salman auf freie Schifffahrt im Persischen Golf. Die anhaltende Instabilität am Golf gefährdet auch die Wirtschaft in China.

Xi Jinping


Peking zeigt sich besorgt über die anhaltende Blockade der strategisch wichtigen Wasserstraße. In einem Telefonat mit Mohammed bin Salman hat Xi Jinping die Wiederherstellung normaler Passage gefordert und damit erstmals öffentlich Position bezogen.

Telefonat mit hoher diplomatischer Bedeutung

Am Montag, dem 20. April 2026, führte der chinesische Präsident Xi Jinping ein Telefonat mit dem saudischen Kronprinzen und Ministerpräsidenten Mohammed bin Salman. Laut einer offiziellen Mitteilung des chinesischen Außenministeriums betonte Xi, dass die Straße von Hormus für den normalen Schiffsverkehr offen bleiben müsse. "Die Straße von Hormuz sollte normale Passage aufrechterhalten, da dies den gemeinsamen Interessen der regionalen Länder und der internationalen Gemeinschaft dient", erklärte Xi wörtlich. 

Er rief zugleich zu einem sofortigen und umfassenden Waffenstillstand im Nahen Osten auf und plädierte für eine politische und diplomatische Lösung der Konflikte.

Der saudische Kronprinz teilte diese Haltung. Er unterstrich die strategische Bedeutung der Beziehungen zu China und betonte, dass Saudi-Arabien Dialog und Deeskalation suche. Beide Seiten vereinbarten, die Zusammenarbeit zur Sicherung der Schifffahrt und zur Förderung langfristiger Stabilität in der Region zu verstärken. Das Gespräch fand vor dem Hintergrund von Xis geplanter Begegnung mit US-Präsident Donald Trump in Peking statt und wird als Zeichen wachsender chinesischer Vermittlungsbemühungen gewertet.

Die Krise an der Straße von Hormus

Die Meerenge zwischen Iran und Oman gilt als einer der wichtigsten Öl- und Gaswege der Welt. Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs am 28. Februar 2026 ist sie weitgehend blockiert. Nach den US-amerikanischen und israelischen Luftangriffen, bei denen der iranische Oberste Führer Ali Chamenei getötet wurde, hatte Iran die Durchfahrt für Schiffe anderer Nationen verboten. Die Revolutionsgarde legte Minen, griff Tanker an und kontrollierte den Verkehr streng. Nur wenige Schiffe, darunter einige aus China, durften passieren.

Eine vorübergehende Waffenruhe im April hatte kurzzeitig Hoffnung auf Normalisierung geweckt. Iran kündigte am 17. April die Öffnung an, doch nach der US-Blockade iranischer Häfen und der Beschlagnahme eines iranischen Frachters schloss Teheran die Straße am 18. April erneut. Der Schiffsverkehr ist seither nahezu zum Erliegen gekommen. Weltweit liegen Hunderte Tanker vor Anker, Ölpreise sind stark gestiegen und globale Lieferketten sind gestört.Chinas strategische InteressenFür China hat die Straße von Hormuz existenzielle Bedeutung. Das Land importiert rund ein Drittel seines Öls über diese Route, vor allem aus dem Iran und den Golfstaaten. Als größter Abnehmer iranischen Rohöls spürt Peking die Folgen der Blockade unmittelbar. Experten schätzen, dass die anhaltende Instabilität die chinesische Energieversorgung und damit die gesamte Wirtschaft gefährdet. Peking hatte bisher Zurückhaltung geübt, um seine Beziehungen zu allen Konfliktparteien nicht zu belasten. Mit der jetzigen Forderung positioniert sich China erstmals klar für die Wiederöffnung.

Gleichzeitig nutzt China die Krise, um seine Rolle als verantwortungsvolle Großmacht zu stärken. Xi unterstrich im Gespräch mit dem Kronprinzen, dass die Region ein "gemeinsames Zuhause von Gutnachbarschaft, Entwicklung, Sicherheit und Zusammenarbeit" brauche. Die Golfstaaten, allen voran Saudi-Arabien, sehen in Peking einen neutralen Vermittler, der im Gegensatz zu den USA keine direkte militärische Partei ergreift.

Auswirkungen auf Weltwirtschaft und Region

Die Blockade der Straße von Hormuz hat bereits zu spürbaren Folgen geführt. Etwa 20 Prozent des weltweiten Ölhandels und große Mengen Flüssiggas laufen normalerweise durch die nur 40 Kilometer breite Meerenge. Alternative Routen über Pipelines oder längere Umwege reichen bei weitem nicht aus. Energiepreise sind weltweit gestiegen, was Inflation und Versorgungsengpässe droht.

In der Region wächst die Sorge vor einer weiteren Eskalation. Saudi-Arabien und andere Golfstaaten fürchten um ihre eigene Sicherheit und die Stabilität der Energieexporte. Der Aufruf Xis wird daher als wichtiges Signal gewertet, dass China aktiv zur Deeskalation beitragen will. Ob dies zu konkreten Fortschritten bei Waffenstillstandsverhandlungen führt, bleibt abzuwarten. 

Sven von Storch

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Comments

Ekkehardt Fritz Beyer

21.04.2026 | 12:12

... „Er rief zugleich zu einem sofortigen und umfassenden Waffenstillstand im Nahen Osten auf und plädierte für eine politische und diplomatische Lösung der Konflikte.“ ...

Sollte Xi samt seinen Mannen den Bibi samt seinem Donald letztlich nicht aber längst entsprechend kennengelernt haben???  

"Xi Jinping fordert erstmals die Wiederöffnung der Straße von Hormus"

Ist das wirklich so? Fordert er das jetzt tatsächlich vom Iran einfach so ohne jede Bedingung an die USA? Oder versteht das der Westen nur wieder so, wie der es verstehen WILL?!

Xi bzw. China weiß doch sehr genau, wenn DAS geschieht, was die USA wollen bzw. ohne Rücksicht auf den Iran sowie alle anderen Länder durchsetzen wollen, bleiben die USA weiterhin der Hegemon dieser Welt, weil der Petrodollar dann weiterhin im weltweiten, so extrem wichtigen Ölgeschäft an der Macht bleibt. Und DAS kann und wird sicher nicht im Interesse Chinas sein!

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