Saudi-Arabien und die kleinen Golfstaaten drücken sich vor der arabischen Solidarität

Warum übt der Westen keinen Druck auf die Golfstaaten aus, mehr Flüchtlinge aufzunehmen_

Immer mehr Menschen in Europa und den USA stellen sich die Frage: Warum wird kein Druck auf Saudi-Arabien und die Golfstaaten ausgeübt, mehr Flüchtlinge aufzunehmen? Immerhin handelt es sich doch um arabische Nachbarstaaten.

Freie Welt

Die aktuellen Anschläge haben die Diskussion um die Millionen Flüchtlinge und Migranten, die nach Europa gekommen sind, wieder entfacht. In unzähligen Zeitungskommentaren und sozialen Netzwerken fragen sich immer mehr Menschen - auch in den USA - warum ausgerechnet Europa sich für die Aufnahme der Flüchtlinge aus den Krisenregionen des Nahen und Mittleren Ostens veranwortlich zeigen muss.

In dieser Diskussion wird immer wieder auf die Flüchtlingssituation in Jordanien, im Libanon und in der Türkei aufmerksam gemacht. Diesen Ländern fehlen die Mittel, den Migranten und Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak ausreichend zu helfen oder eine langfristige Perspektive zu geben.

Doch eine andere Gruppe von Staaten hält sich auffällig zurück: Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (Dubai und Abu Dhabi). Ausgerechnet die reichste Region des Nahen und Mittleren Ostens drückt sich vor der Verantwortung. Immerhin sind die meisten Flüchtlinge und Migranten aus dem Irak und Syrien Muslime. Nicht nur das, sie sind auch größtenteils Sunniten und Araber. Sie sprechen dieselbe Sprache, haben dieselbe Kultur. Wo bleibt die innerarabische und innerislamische Solidarität?

Saudi-Arabien und die Golfstaaten haben Millionen von Gastarbeiten ins Land geholt. Sie kommen aus Ägypten, Indien, Pakistan, Indonesien und von den Philippinen und müssen oftmals für niedrige Löhne schuften. Von den rund 4-5 Millionen Einwohnern der Vereinigten Arabischen Emirate sind nur rund 900.000 echte Staatsbürger. Mehr als 3,8 Millionen sind Arbeitsmigranten. Das entspricht einer Ausländerquote von fast 80 %. Saudi-Arabien hat sogar 10 Millionen Gastarbeiter!

Doch die Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak will man nicht aufnehmen?

Hier stellt sich die entscheidende Frage, warum der Westen keinen Druck auf diese Länder ausübt, sich an der Aufnahme von Migranten und Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak zu beteiligen. Wie kann es sein, dass auf der arabischen Halbinsel Millionen Inder und Pakistani als Gastarbeiter leben, aber Syrer und Iraker nicht ins Land sollen? Ist das die neue binnenarabische Solidarität?

Die Politiker in Europa schulden der Öffentlichkeit die Antwort auf die Frage, warum das Thema nicht auf der Agenda steht.

 

 

 

Sven von Storch

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