Guardian-Bericht: Britischer Sicherheitsberater Jonathan Powell meint, der Krieg sei vermeidbar gewesen

Verpasste Chance vor dem Krieg: Britischer Sicherheitsberater sah Atom-Deal mit Iran in Reichweite

Nur zwei Tage vor den US-israelischen Angriffen auf den Iran: Der britische Sicherheitsberater Jonathan Powell saß in Genf mit am Tisch – und hielt einen Atom-Deal für greifbar nah. Das iranische Angebot war überraschend weitgehend, ein Krieg vermeidbar.

Jonathan Powell


Kurz vor dem Beginn der US-israelischen Militäroperation gegen den Iran hielten britische Diplomaten eine diplomatische Lösung für greifbar. Wie "The Guardian" berichtet, nahm der britische Nationale Sicherheitsberater Jonathan Powell Ende Februar 2026 an geheimen Gesprächen zwischen den USA und dem Iran in Genf teil – und bewertete das iranische Angebot als überraschend weitgehend.

Der Iran hatte nach britischer Einschätzung ein substanzielles Angebot vorgelegt

Die indirekten Verhandlungen fanden in der Residenz des omanischen Botschafters in Genf statt und wurden vom omanischen Außenminister vermittelt. 

Auf US-Seite waren Jared Kushner und Steve Witkoff beteiligt, unterstützt vom IAEA-Chef Rafael Grossi. Powell war als Berater vor Ort und begleitet von einem Experten des britischen Kabinetts.

Teheran legte nach britischen Quellen ein substanzielles Angebot vor: Keine feste Laufzeitbegrenzung des Abkommens, eine 3- bis 5-jährige Pause der heimischen Urananreicherung, Verdünnung von 440 kg hochangereichertem Uran unter IAEA-Aufsicht, Verzicht auf künftige Vorräte sowie die Aufhebung von fast 80 Prozent der Sanktionen – inklusive Freigabe eingefrorener Gelder – als wirtschaftlicher Anreiz.

Powell und das britische Team waren von dem Vorschlag "überrascht" und hielten ihn für ernst gemeint. "Jonathan dachte, es gäbe einen Deal zu machen, aber der Iran war noch nicht ganz da", zitieren Quellen den Berater – vor allem bei UN-Inspektionen fehlten letzte Zusagen. Weitere Gespräche waren für den 2. März in Wien geplant.

Zwei Tage nach dem Treffen starteten Israel und die USA plötzlich ihre Angriffe

Nur zwei Tage nach den Genfer Treffen, am 28. Februar 2026, starteten die USA und Israel jedoch Angriffe auf iranische Ziele. London bewertete diesen Schritt als "verfrüht und rechtswidrig", da es keine Hinweise auf eine unmittelbare nukleare Bedrohung oder Raketenangriffe gegeben habe. 

Die britische Zurückhaltung – Premierminister Keir Starmer unterstützte die Operation nicht aktiv – belastet die transatlantischen Beziehungen erheblich. US-Präsident Trump kritisierte Starmer öffentlich scharf.

Bei den Atom-Verhandlungen, die vom omanischen Außenminister begleitet waren, soll einer Golf-arabischen Diplomaten gesagt haben: "Wir betrachteten Witkoff und Kushner als israelische Assets, die einen Präsidenten in einen Krieg hineingezogen haben, aus dem er eigentlich herauswill."

Sven von Storch

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Kommentare

Netanjahu und Trump wollten diesen Krieg. Diese Beiden wollen keinen Frieden im nahen Osten, sie möchten diese ganze Region in Besitz nehmen und alle hier lebenden Menschen vertreiben. Sie haben nicht die gleichen Werte, wie die Deutschen oder Europäer, wie die Union und FDP behaupten. Es sind gesetzlose Kriminelle, bei denen das Recht des Stärkeren gilt.

".... Dieser Krieg dient doch zu 90% den Interessen Israels ... "

Und genau diese Interessen vertreten doch die USA bzw. Trump und seine Administration - gepaart mit den eigenen!

Trump hat sich von Europa abgewendet. Wir Deutschen und Europäer sollten ihn beim Wort nehmen und andere starke Freunde suchen, die uns schon viele Jahre die Hand entgegen strecken. Wenn wir jemand garnicht brauchen, dann ist es Netanjahu,Israel und Trump.

die doch bisher noch jeden Deal zwischen
Russland und der Ukraine sabotiert hat, sieht
sich jetzt zu solchen Einlassungen veranlasst.

Wie glaubwürdig ist das denn ?

Die gesamte politische Führung im Iran lebt nach den gezielten Tötungen ihrer Elite durch Israel und den USA in Angst und Schrecken.
Was man gerade erlebt, könnte der Anfang vom Ende des Regimes im Iran sein.
Die Verrückten dort werden allerdings bis zum bitteren Ende an ihrer Vernichtungs-Ideologie in Bezug auf Israel festhalten, da sie die DNA dieses Terrorstaates ist.
Doch am Ende werden die Mullahs das Schicksal der Hamas in Gaza, der Hisbollah im Libanon und des Tyrannen B. al-Assad in Syrien teilen.

Netanjahu hat ganz andere Interessen. Es geht um Gebietserweiterung für Israel. Das er damit auf Unzufriedenheit bei den Nachbarstaaten stößt, war klar. 

Das Atomthema im Iran, war ein Köder, um die Amerikaner mit ins Boot zu ziehen. Mit dem großen Bruder im Rücken, kann der Kleine nun ungehindert unliebsame Gegner niederbomben.

Die USA erkennt, dass sie dem Netanjahu auf den Leim gegangen sind und stehen vor einem immensen Scherbenhaufen. Da versucht man sogleich Hilfswillige mit in das Boot zu ziehen, um sich dann bei Nacht und Nebel heimlich vom Acker zu machen und dann das Problem den Hilfswilligen zu überlassen. Siehe Modell Ukraine und Aussage eines US-Generals!

Else Schrammen

18.03.2026 | 15:00

Ja klar, die Mullahs hätten sich gefügt und auf die Atombombe verzichtet, wenn der Westen ein bisschen nachhaltiger drum gebettelt hätte. Da können wir auch gleich den dicken Kim fragen, ob er nicht netterweise seine Atomsprengköpfe vernichten könne. Heilige Einfalt!

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