Warnung vor Reisen in den Iran, in den Libanon und nach Israel

USA und China warnen vor Reisen in den Nahen Osten: Evakuierungsaufrufe wegen Iran-Krise

Während die USA den Abzug von Botschaftspersonal und Familien aus Israel genehmigen und zur sofortigen Abreise auffordern, ruft China seine Staatsangehörigen in Iran zur unverzüglichen Evakuierung auf.

Trump, Khamenei, Jinping


Vor dem Hintergrund massiv esklierender Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sowohl Washington als auch Peking ihre Bürger zu erhöhter Vorsicht und teilweise sofortigem Verlassen der Region aufgerufen. 

Die US-Regierung hat am 27. Februar 2026 die Abreise nicht dringend benötigter Botschaftsmitarbeiter und ihrer Familien aus Israel genehmigt, während China seine Staatsangehörigen in Iran explizit zur sofortigen Evakuierung auffordert.

USA autorisieren Abreise aus Israel und verschärfen Warnungen

Das US-Außenministerium erteilte am Freitag die Genehmigung für den freiwilligen Abzug von nicht notwendigem Personal und Familienangehörigen der US-Mission in Israel. US-Botschafter Mike Huckabee warnte in einer internen E-Mail, wer abreisen wolle, solle dies "heute" tun – solange kommerzielle Flüge noch verfügbar seien. Die Maßnahme erfolge "aus Vorsicht! und angesichts unbestimmter Sicherheitsrisiken, die mit der drohenden militärischen Eskalation im Kontext der US-Iran-Verhandlungen zusammenhängen.

Zusätzlich gilt für Iran weiterhin die höchste Reisewarnstufe "Level 4: Reisen Sie nicht hin" mit der dringenden Empfehlung, das Land unverzüglich zu verlassen. Ähnliche Verschärfungen betreffen den Libanon, wo bereits in dieser Woche nicht essenzielles Personal evakuiert wurde. 

Die US-Regierung betont die Terrorismusgefahr, zivile Unruhen und das Risiko plötzlicher Eskalationen, ohne Iran direkt zu nennen.

China fordert Evakuierung aus Iran

Das chinesische Außenministerium und die Botschaft in Teheran haben am selben Tag eine klare Warnung ausgesprochen: Chinesische Staatsbürger sollen Reisen nach Iran vorerst vermeiden. Wer sich bereits im Land aufhält, wird aufgefordert, Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken und "so schnell wie möglich zu evakuieren". Begründet wird dies mit einer "signifikanten Zunahme externer Sicherheitsrisiken" und der aktuellen Lage in der Region. Die Warnung wurde über offizielle Kanäle wie Xinhua und WeChat verbreitet.

Anders als die USA richtet sich die chinesische Empfehlung primär auf Iran selbst und nicht pauschal auf den gesamten Nahen Osten. Dennoch unterstreicht sie die wachsende Sorge vor einem bewaffneten Konflikt.

Breitere internationale Reaktionen

Mehrere Länder – darunter Australien, Indien, Deutschland, Serbien und Polen – haben in den vergangenen Wochen ähnliche Aufrufe zum Verlassen Irans oder angrenzender Risikogebiete wie Libanon und Israel erlassen. Viele Fluggesellschaften streichen Verbindungen in die Region, während Diplomaten von einer "verschlechterten Sicherheitslage" sprechen.

Die Warnungen fallen in eine Phase intensiver, aber ergebnisloser indirekter Verhandlungen zwischen den USA und Iran in Genf über das Atomprogramm Teherans. Gleichzeitig baut Washington seine militärische Präsenz im Nahen Osten massiv aus, was Befürchtungen vor einem möglichen US-Schlag auf iranische Ziele schürt.

Experten warnen, dass eine weitere Eskalation nicht nur die Region, sondern globale Lieferketten und Energiepreise dramatisch beeinträchtigen könnte. Betroffene Reisende werden dringend gebeten, offizielle Reisehinweise zu prüfen und Ausreiseoptionen zu nutzen, solange diese bestehen.

Sven von Storch

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