Trotz Trumps Ankündigung: US-Marine lehnt Eskorten ab – iranische Bedrohung zu groß

USA sind mit Schutz der Tankschiffe an der Straße von Hormus überfordert

Die USA können derzeit keine Öltanker durch die Straße von Hormus eskortieren. Die US-Streitkräfte sind voll auf Angriffe gegen den Iran konzentriert. Die Risiken durch Minen, Drohnen und Schnellboote sind zu hoch. Hunderte Tanker sitzen fest, ein Fünftel der Weltölversorgung ist blockiert.

Donald Trump und ein Öltanker im Persischen Golf


Die Welt wartet auf das Erdöl und Erdgas aus der Golfregion. Doch ein Fünftel der Weltölversorgung steckt fest. Und die Preise explodieren.

Trump-Versprechen und die bittere Absage der Navy

Präsident Donald Trump hatte Ende Februar angekündigt, die US-Navy werde bei Bedarf sofort Tanker durch die Meerenge geleiten und über die US Development Finance Corporation günstige Kriegsrisiko-Versicherungen anbieten. "Wenn nötig, eskortieren wir sie direkt hindurch", erklärte er in Florida.  

Doch die Realität sieht anders aus. Die US-Marine hat seit Beginn des Krieges mit Iran fast tägliche Anfragen der Schifffahrts- und Ölbranche abgelehnt. "Wir sind einfach noch nicht bereit", sagte Energieminister Chris Wright am Donnerstag in einem CNBC-Interview. "Alle unsere militärischen Ressourcen sind derzeit darauf ausgerichtet, die iranischen Offensivfähigkeiten und die dahinterstehende Industrie zu zerstören." Eskorten könnten "relativ bald", vielleicht Ende März, möglich sein – aber jetzt nicht.  

Auch das Pentagon bestätigte: Kein einziges kommerzielles Schiff wurde bisher eskortiert. Ein hochrangiger Marine-Offizier erklärte gegenüber Reuters: "Es gibt nicht genug Kriegsschiffe, und selbst mit Eskorte könnten Schwärme von Schnellbooten oder Drohnen eine kleine Gruppe überwältigen."

Iranische Revolutionsgarden schließen die Meerenge: Angriffe und Minen

Seit die USA und Israel Ende Februar mit "Operation Epic Fury" Iran angriffen, haben die iranischen Revolutionsgarden die Straße von Hormus für "geschlossen" erklärt. Jedes Schiff, das passiere, werde angegriffen, drohten iranische Kommandeure.  

Tatsächlich kam es bereits zu mehreren Vorfällen: Explosionsboote setzten Tanker vor der irakischen Küste in Brand, ein Besatzungsmitglied starb. Projektile trafen vier weitere Schiffe im Golf. Iran hat zudem etwa ein Dutzend Seeminen in der Meerenge gelegt. 

Die USA zerstörten zwar 16 iranische Minenleger-Schiffe, doch die Gefahr bleibt. Experten wie Adel Bakawan vom European Institute for Studies warnen: "Weder die USA, Frankreich noch eine internationale Koalition können die Straße von Hormus derzeit sichern."

Hunderte Tanker sitzen fest: Globale Öl- und Gasversorgung in Gefahr

Die Folgen sind dramatisch. Etwa 20 LNG-Tanker (rund die Hälfte der weltweiten Flotte) und über 150 weitere Schiffe liegen vor der Meerenge fest. Der Verkehr ist um bis zu 81 Prozent eingebrochen. Durch die Straße von Hormus fließen normalerweise 20 Prozent des weltweiten Öls und Flüssigerdgases.  

Die Ölpreise schossen auf über 120 Dollar pro Barrel – ein Niveau wie seit 2022 nicht mehr. Saudi-Aramco warnte vor "katastrophalen Konsequenzen" für die Weltmärkte. Ein vorübergehender Tweet von Energieminister Wright, der eine angebliche Eskorte behauptete, ließ die Preise kurz einbrechen – bis das Weiße Haus dementierte.

Überforderung der US-Marine

Die US-Navy verfügt derzeit nur über neun Lenkwaffen-Zerstörer und drei Littoral Combat Ships in der Region – zu wenig für einen dauerhaften Schutz aller Tanker in der engen Meerenge. Die Priorität liegt auf der Neutralisierung Irans, nicht auf Handelskonvois. Experten erinnern an die "Tanker-Kriege" der 1980er-Jahre, als die USA bereits einmal eskorten mussten – damals war die Lage jedoch weniger eskaliert.  

Pakistan hat inzwischen eigene Kriegsschiffe zum Schutz seiner Tanker entsandt. Frankreich und andere europäische Staaten prüfen ebenfalls Optionen. US-General Dan Caine (Vorsitzender des Joint Chiefs of Staff) sagte, man prüfe "eine Reihe von Optionen".  Bis Ende März könnte sich die Lage ändern, wenn die iranische Bedrohung nachlässt. Bis dahin bleibt die Straße von Hormus ein gefährliches Nadelöhr – und die USA wirken überfordert. Die Welt schaut gespannt zu, ob Washington seine Versprechen doch noch einlösen kann.

Sven von Storch

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Kommentare

Ekkehardt Fritz Beyer

13.03.2026 | 09:58

... „Die USA können derzeit keine Öltanker durch die Straße von Hormus eskortieren. Die US-Streitkräfte sind voll auf Angriffe gegen den Iran konzentriert. Die Risiken durch Minen, Drohnen und Schnellboote sind zu hoch. Hunderte Tanker sitzen fest, ein Fünftel der Weltölversorgung ist blockiert“!!! ...

Weil die USA ihren mit Israel gemeinsam begonnenen Krieg zur Befreiung(?) Irans bereits nach der ersten Stunde nach gewannen(?)??https://web.de/magazine/politik/nahostkonflikt/trump-iran-praktisch-angreifen-41992904

Wolfgang Lammert

13.03.2026 | 11:57

Die Fahrrinne in der Straße von Hormus ist nur 3-4 Kilometer breit und ca. 15 km von der iranischen Küste entfernt. Da reichen einfache Drohnen, um die Tanker in Brand zu schießen. Die US-Regierung  reagiert ohne Kopf und Verstand in diesem Konflikt...Viele Drohnen haben wohl die Iraner? Zehntausende.....

"Trotz Trumps Ankündigung: US-Marine lehnt Eskorten ab – iranische Bedrohung zu groß

USA sind mit Schutz der Tankschiffe an der Straße von Hormus überfordert"

Da kann ich nur sagen: Gut so, das haben sich die Amis "verdient"!! Jetzt kriegen sie zum ersten Mal zu spüren, was es heißt, selbst von einem Krieg betroffen zu sein, den sie ja selbst gewollt, begonnen und begangen haben. Vielleicht hilft diese ja eigentlich bisher nur sehr kleine Erfahrung, diese selbstherrliche Großmacht, mal wieder ein bisschen auf den Boden der Realität zu zwingen. Doch wenn das noch nicht hilft und nicht geschieht, benötigen die USA wahrscheinlich noch ein paar mehr an lehrreichen Lektionen vermittelt. Aber so ist das nun mal, wer nicht hören kann, muss eben fühlen und dadurch gezwungen werden, klug zu werden!

Johannes Friedrich

13.03.2026 | 15:17

Da die USA diese Situation eingebrockt haben, sind sie verpflichtet, die Schiffe zu schützen. Wie sie das schaffen, ist ihr Problem. Notfalls kann ja noch Israel mithelfen, da ja wohl von diesen die Hauptforderung nach einem Angriff ausging.

Else Schrammen

13.03.2026 | 16:35

Dann könnte Deutschland doch die Marine hinschicken! Das wäre doch für unsere Kriegstrei... ähm Befürworter wie Kiesewetter, Flak-Zimmermann oder der grünen Antonia endlich die Erfüllung aller Wünsche. Endlich sind wir im Krieg! Zwar nicht in der Ukraine gegen den Gottseibeiuns Putin, aber immerhin. Und EU-Urselchen könnte aus allen EU-Staaten die Schiffe anfordern: Sämtliche Korvetten, Fregatten, Zerstörer, Flugzeugträger und Minensucher. Nur die Spanier würden da nicht mitspielen, die sind immer noch sauer auf den Donald!

Wolfgang Lammert

14.03.2026 | 18:10

TRUMP hat mit dem Krieg gegen den Iran die AXT an die Weltwirtschaft gelegt

Trump hat "Handgranate auf Weltwirtschaft geworfen" - FOCUS online

Die iranische Führung hatte angekündigt, dass ein Krieg gegen den Iran den Beginn eines Regionalkrieges bedeuten wird. Vermutlich wird der Krieg nun besonders in den Golfstaaten, Irak und Israel sich ausbreiten. Mit den Golfstaaten und dem Irak sind die Schwergewichte der Erdöl und Gasindustrie im mittleren Osten betroffen. Damit wird TRUMP eine Handgranate auf die Weltwirtschaft werfen, die besonders die EU, Japan und Südkorea treffen wird, die selbst keine Erdöl und Gasreserven haben. Nun rächt sich, dass Deutschland die BRAUNKOHLEINDUSTRIE PLATT MACHT und moderne KOHLEKRAFTWERKE wie DATTELN 4 stilllegt....

"...und die USA wirken überfordert. "

Aber der Größenwahnsinnige im Weißen Klo riskiert immer eine dicke Lippe - Männeken, Hochmut kommt vor dem Fall!!!

Unser Pino hat ja schon bei einer Militärveranstaltung eine Uniform angezogen - er wirkt darin wie der niedliche Opi vom Volkssturm; wenn der sich damit in Teheran zeigt, kapitulieren die Revolutionsgarden bestimmt!!!

 

. . . eine internationale Marinekoalition im Persischen Golf, um die wichtige Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormusz wieder zu öffnen. Da wird man auch überlegen müssen, ob einige iranische Inseln, die direkt in der Straße liegen, von der Koalition besetzt werden müssen, damit kein Beschuss von dort kommt. Die Straße von Hormusz ist ein strategisch kritischer Korridor, durch den etwa 20% des weltweiten Ölkonsums verschifft werden, und zunehmend auch LNG.

. . . haben sowohl Saudi-Arabien als auch die VAE Pipelines, um Erdöl und Erdgas von den Fördergebieten am Persischen Golf zu den Exporthäfen am Roten Meer oder am Golf von Oman transportieren. Solche Pipelines werden bei Krisen am Golf zunehmend wichtiger.  Wichtige Verbindungen sind die Ost-West-Pipeline (Petroline) in Saudi-Arabien und die Habshan–Fujairah-Pipeline in den VAE.

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