Brutaler Chauvinismus der EU und der Ampel-Regierung in Lateinamerika

Ureinwohner in Lateinamerika wütend über EU-finanzierten Windrad-Ausbau

In verschiedenen Staaten Lateinamerikas sind Ureinwohner und Teile der Landbevölkerung verärgert, weil Firmen mit EU-Zuschüssen dort Windräder in die Landschaften stellen. Sie sehen Tierarten gefährdet und ihre Landschaften entweiht.

In machen Regionen Lateinamerikas sind bestimmte Tierarten und bestimmte Landschaften quasi heilig, zumindest als Teil des naturkulturellen Erbes wertgeschätzt. Um so brutaler werden die Eingriffe empfunden, wenn Energie-Konzerne mit EU-Zuschüssen dort Windräder aufbauen [siehe Bericht »Welt«].

Rücksicht auf die Natur nehmen? Auf Tierarten? Auf heilige Landschaften indigener Bevölkerungen? Weder die Energiekonzerne noch die EU-Kommission machen sich darüber Gedanken. Um so deutlicher macht sich jetzt der Widerstand in Teilen Lateinamerikas bemerkbar.

In Chile, Kolumbien, Mexiko, auf Inseln der Karibik, überall sprießen die Windräder in den Himmel. Die EU und die Klimafanatiker wollen das so. Doch die Landbevölkerung und die Ureinwohner sind entsetzt.

Immer wieder weisen die Bevölkerungen vor Ort auf die Gefährdung der der lokalen Vogelpopulationen und überhaupt der Tierwelt dort hin. Außerdem würden an einigen Stellen heilige Orte der Ureinwohner entweiht.

In Chile haben Ureinwohner bereits Brandanschläge auf Windparkanlagen verübt, so groß ist die Verärgerung.

In Kolumbien sehen die Ureinwohner die Flamingos gefährdet, die dort als Naturwunder gelten und die Touristen als Devisen-Einnahmequelle anlocken.

Auf dem Eiland »Isla Grande« der karibischen Inselgruppe »Islas del Rosario« hat ein riesiges Windrad Feuer gefangen und niemand wusste, wie man es löscht oder den Schaden repariert. Nun werden wieder die Dieselgeneratoren angeschaltet.

»Die Welt« berichtet über einen erbitterten Streit im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca. Dort versuchen die Einheimischen ein französisches Unternehmen daran zu hindern, 115 Windkraftanlagen in die Landschaft zu bauen. Die Aktivisten sprechen von der Privatisierung des Windes und darüber, dass die Regierung und die Konzerne die Einheimischen loswerden wollen, weil sie ein Hindernis für die Windparks seien.

Die Ampel-Regierung scheint für die Hilferufe der Ureinwohner aus Lateinamerika kein Gehör zu haben. Sie werden vom Geschrei der Klimabewegung übertönt. In Berlin hat Ampel-Entwicklungshilfeministerin Svenja Schulze beispielsweise allein für Kolumbien eine Hilfe (bezahlt durch deutsche Steuergelder) von 200 Millionen Euro für Windräder zur Verfügung gestellt.

Wird durch den Ausbau der Windkraft der Kohleabbau in Kolumbien reduziert? Nein. Denn es ist ausgerechnet Deutschland, das aus Kolumbien immer mehr Kohle kauft, weil die Importe aus Russland wegfallen.

Einheimische Aktivisten vor Ort werfen Deutschland vor, mitverantwortlich für den Tod zahlreicher indigener Kinder zu sein, die unter Unterernährung leiden. Denn die örtliche Kohlemine »El Cerrejon« sei mit ihrem gewaltigen Wasserdurst für die Versorgungs-Probleme mitverantwortlich. 

Sven von Storch

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