Die Vereinten Nationen schlagen Alarm. Der Konflikt im Nahen Osten führt nicht nur in der Region zu Zerstörung, sondern löst weltweit eine Kettenreaktion aus. Bis zu 32 Millionen Menschen könnten zusätzlich in Armut geraten, weil Energie- und Lebensmittelpreise explodieren. Selbst ein sofortiges Ende der Kämpfe würde die Folgen nicht sofort beseitigen.
Die UN-Analyse zeigt dramatische globale Auswirkungen
Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) hat in einem aktuellen Bericht die wirtschaftlichen Folgen der militärischen Eskalation im Nahen Osten untersucht. Die Ergebnisse sind erschreckend. In 162 Ländern droht Millionen von Menschen der Absturz in die Armut. Besonders betroffen sind Staaten in der Golfregion, in Asien, in Subsahara-Afrika und kleine Inselentwicklungsstaaten. UNDP-Administrator Alexander De Croo, ehemaliger belgischer Ministerpräsident, fasst die Lage klar zusammen. Krieg bedeute Entwicklung in umgekehrter Richtung. Konflikte könnten in wenigen Wochen zerstören, was Länder über Jahre aufgebaut hätten. Die Schockwellen des Krieges beschränkten sich nicht auf die direkt betroffenen Gebiete, sondern träfen vor allem Länder mit geringem finanziellem Spielraum, die steigende Energie- und Lebensmittelpreise kaum abfedern könnten.
Die Blockade der Straße von Hormus als zentraler Auslöser
Ein entscheidender Faktor für die Krise ist die faktische Blockade der Straße von Hormus. Durch den Krieg im Iran ist der Schiffsverkehr in dieser lebenswichtigen Wasserstraße weitgehend zum Erliegen gekommen. Die Meerenge ist die wichtigste Route für den Transport von Öl, Gas und Düngemitteln aus der Golfregion. Rund ein Drittel der weltweit verschifften Düngemittel passierte normalerweise diese Route. Wichtige Exportländer wie Katar, Saudi-Arabien, Bahrain und Oman können ihre Produkte nicht mehr liefern. Gleichzeitig treiben die hohen Energiepreise die Herstellungskosten für Dünger in die Höhe. Landwirte in vielen Regionen der Welt zahlen bereits bis zu 35 Prozent mehr für Stickstoffdünger.
Engpässe bei Kraftstoff und Düngemitteln belasten die Landwirtschaft
Die Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktivität sind bereits spürbar. Fehlender Kraftstoff behindert den Transport von Ernten und den Betrieb von Maschinen. Gleichzeitig fehlt es an Düngemitteln, die für hohe Erträge unverzichtbar sind. Die Produktivität sinkt, Ernteausfälle drohen. Alexander De Croo erklärt, die Ernährungsunsicherheit werde in einigen Monaten ihren Höhepunkt erreichen. Man könne nicht viel dagegen tun. Die Blockade habe die landwirtschaftliche Produktivität bereits verringert und belaste die Ernteerträge. Hilfsorganisationen wie das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen warnen vor einer Eskalation der Hungerkrise. Bis zu 45 Millionen Menschen zusätzlich könnten in akute Ernährungsunsicherheit geraten.
Langfristige Folgen auch bei sofortigem Ende der Kämpfe
Selbst wenn die Kämpfe sofort enden würden, blieben die Auswirkungen spürbar. Die UNDP-Analyse beschreibt verschiedene Szenarien. Im schlimmsten Fall halten die Schocks bis zu acht Monate an. Dann könnten bis zu 32 Millionen Menschen weltweit in Armut gedrängt werden. Die Krise zwinge Länder zu unlösbaren Zielkonflikten: Entweder stabilisierten sie Preise heute oder investierten in Gesundheit, Bildung und Arbeit morgen. De Croo betont, die Menschen, die in Armut gerieten, seien oft jene, die am wenigsten Spielraum hätten. Der Krieg werfe Jahrzehnte der Entwicklung zurück. In manchen Ländern seien bereits Fortschritte von mehr als einem Jahr verloren gegangen.
Handlungsoptionen der Vereinten Nationen
Die UNDP schlägt konkrete Maßnahmen vor, um die schlimmsten Folgen abzumildern. Gezielt und zeitlich begrenzte Bargeldtransfers an besonders gefährdete Haushalte könnten Millionen schützen. Je nach Szenario wären dafür bis zu sechs Milliarden US-Dollar notwendig. Zusätzlich empfiehlt die Organisation zeitlich begrenzte Subventionen oder Gutscheine für Strom und Kochgas. Allgemeine Energiesubventionen lehnt sie jedoch ab, da diese vor allem wohlhabendere Haushalte begünstigten und langfristig nicht tragbar seien. De Croo ruft zu frühzeitigem politischem Handeln auf. Die Krise sei vermeidbar, wenn die internationale Gemeinschaft jetzt reagiere. Der Bericht soll Entscheidungsträgern helfen, die menschlichen Kosten des Konflikts zu verstehen und geeignete Antworten zu finden. Die Warnung der Vereinten Nationen ist eindeutig. Der Iran-Krieg ist nicht nur ein regionaler Konflikt. Er bedroht die globale Entwicklung und treibt Millionen in die Armut zurück. Ohne rasches Handeln droht eine humanitäre und wirtschaftliche Katastrophe von nie dagewesenem Ausmaß.


Comments
Wolodja21La@web.de
TRUMP macht sich zur Witzfigur. Nach außen will der die Asylanten zahlen in der USA vermindern, aber seine KRIEGSFÜHRUNG werden in Europa eine ASYLFLUT hervorrufen. Tut mir leid es zu sagen, aber TRUMP ist völlig verlogen !
Explosionen in Teheran – Luftabwehrsystem aktiviert
... „Die Blockade der Straße…
... „Die Blockade der Straße von Hormus als zentraler Auslöser“...
Tatsächlich
Ja mei - so meine auch ich: „Das Problem besteht ja schon länger, denn “in liberalen Demokratien gelten wirtschaftliche Fragen gewissermaßen als Privatsache“, ... https://www.einsteinfoundation.de/en/albert/albert-nr-7-demokratieforschung/schoene-aussichten
Nun, „es liegt nahe, diesen Gewaltausbruch als Kennzeichen unserer Epoche zu deuten, einer globalen Umbruchzeit. Der geschwächte einstige Hegemon USA taumelt, und Donald Trump verleiht dem Taumeln eine besonders gefährliche Form. Aber dies ist kein vorübergehender Albtraum. Es wird zur neuen Regel, Kriege regellos zu führen, humanitäre Konvention verspottend“!!!!!!! https://taz.de/Folgen-des-Irankriegs/!6168804/
Das war das Ziel von Trump,…
Das war das Ziel von Trump, Netanjahu und ihren Konsorten.
Die Rechnung geht nicht ...
.. 'an Onassis' - sondern an Donald T. und Benjamin N.
Ich meine ja, wenn die UN, und die jeweiligen Staaten
etwas auf sich halten, dann kassieren sie die Täter ein,
und machen ihnen einen Kriegsverbrecher-Prozess,
der das Tribunal in Den Haag vor Neid erblassen läßt.
Wolodja21La@web.de
Nach Aussage von ERNST WOLFF, einen bekannten Wirtschaftsjournalisten, haben zionistische Milliardäre die Macht im Weltgeschehen übernommen:
Im Herbst passiert das Unvorstellbare! Ernst Wolff
Hormus und die kommende Hungerkatastrophe | Ernst Wolff Aktuell
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