Neues Memorandum soll Kriegshandlungen beenden und Straße von Hormus öffnen

Trump unterzeichnet vorläufiges Rahmenabkommen mit Iran: Atomfrage bleibt ungeklärt, kein guter Deal für USA

US-Präsident Donald Trump hat ein vorläufiges Abkommen mit dem Iran unterzeichnet. Das 14-Punkte-Memorandum sieht einen sofortigen Waffenstillstand, die Wiederöffnung der strategisch wichtigen Meerenge und Verhandlungen über das Atomprogramm vor. Doch ein "guter Deal" für die USA ist das nicht.

Donald Trump

Das Abkommen markiert das vorläufige Ende eines kurzen, aber intensiven Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran. Nach Trumps Rückzug aus dem JCPOA ("Joint Comprehensive Plan of Action") im Jahr 2018 hatten die Spannungen zugenommen. Im Jahr 2026 eskalierten sie zu militärischen Auseinandersetzungen, die Tote auf allen Seiten forderten und die Ölpreise in die Höhe trieben.

Trump selbst bezeichnete den neuen Deal als "stark" und als angeblichen Erfolg seiner "Frieden durch Stärke"-Strategie. Das Memorandum wurde zunächst digital von Trump, Vizepräsident JD Vance und dem iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf unterzeichnet. Eine physische Unterzeichnung erfolgte später, unter anderem im Rahmen eines Dinners mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Kernpunkte des 14-Punkte-Memorandums

Das Abkommen umfasst mehrere zentrale Vereinbarungen:

Erstens: Sofortiger und dauerhafter Waffenstillstand auf allen Fronten, einschließlich Libanon.  

Zweitens: Wiederöffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr nach Minenräumung.  

Drittens: Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen und Ermöglichung des freien Ölverkaufs Irans.  

Viertens: Der Iran verpflichtet sich, keine Atomwaffen zu beschaffen oder zu entwickeln.  

Fünftens: 60-tägige Frist für weitere Verhandlungen über das iranische Atomprogramm, Urananreicherung und Sanktionserleichterungen.  

Sechstens: Mögliche Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte und Diskussionen über einen Wiederaufbaufonds. 

Im Vergleich zum ursprünglichen JCPOA von 2015 fehlen detaillierte Regelungen zu Uran-Vorräten oder Überwachungsmechanismen. Diese sollen in den kommenden Wochen ausgehandelt werden. Kritiker sehen Parallelen zum alten Deal, den Trump einst als "katastrophal" kritisierte. 

Einordnung: Kein guter Deal, fast schon eine Niederlage für die USA

Im Unterschied zu früheren Abkommen wie denen mit Vietnam oder Afghanistan liefert der Iran hier kaum echte Gegenleistungen. Die Wiederöffnung der Straße von Hormus bedeutet lediglich die Rücknahme einer eigenen Kriegsmaßnahme. Die Zusage, keine Atomwaffen zu entwickeln, entspricht ohnehin der offiziellen iranischen Linie seit Langem. 

Die USA hingegen machen erhebliche Zugeständnisse: ein sofortiges Ende aller Kampfhandlungen (einschließlich im Libanon), die Aufhebung der Blockade iranischer Häfen, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und weitreichende Sanktionserleichterungen. Hinzu kommen Gespräche über einen umfangreichen Wiederaufbaufonds für den Iran in Milliardenhöhe – faktisch eine Form von Reparationen. 

Erstmals hat der Iran der US-Macht symmetrisch standgehalten und Eskalationsdominanz gezeigt. Das markiert aus dieser Sicht einen taktischen und strategischen Triumph für Teheran. Auch wenn Trump das Abkommen später möglicherweise nicht vollständig einhält und Israel versuchen könnte, es zu unterlaufen, signalisiert dieser Moment einen spürbaren Machtverlust der Vereinigten Staaten in der Region. 

Reaktionen und offene Fragen: Werden die Folgeverhandlungen erfolgreich sein?

Der Iranische Präsident Masoud Pezeshkian und Vermittler wie Pakistan begrüßten den Schritt. Die USA betonen, das Abkommen sei "sofort wirksam". 

Dennoch bleiben Fragen offen: Wie wird die Einhaltung des Atomwaffenverbots überwacht? Welche Rolle spielt Israel künftig? Und reicht das fragile Waffenstillstandsabkommen für einen dauerhaften Frieden? 

Die nächsten 60 Tage werden entscheidend sein: Weitere erfolgreiche Verhandlungen könnten zu einer umfassenden Entspannung im Nahen Osten führen. Wenn diese jedoch scheitern, droht eine neue Eskalation.

Trump selbst äußerte sich optimistisch: Das Abkommen verhindere "weltweite wirtschaftliche Turbulenzen" und bringe Sicherheit in die Region. Die formelle Unterzeichnung in der Schweiz am Freitag soll den Prozess symbolisch besiegeln.

Sven von Storch

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Kommentare

Trump unterzeichnet vorläufiges Rahmenabkommen mit Iran : Atomfrage bleibt ungeklärt

 

Es wäre m. E. sehr wünschenswert, dass auch der Staat ISRAEL seine (...wohl absolut unbestreitbar vorhandenen...) Atomwaffen vollständig den US-Streitkräften unterstellt; ähnlich dem mil. Status amerikanischer Atomwaffen auf deutschem Boden.

Israel besitzt offiziell keinen Status als Atommacht - und die vollständige "Integration" seiner ("inoffiziell") vorhandenen Atomwaffen in das US-Atom-Arsenal würde sicherlich in der gesamten Nahost-Region für deutliche Entspannung sorgen. Die „nuklearen Zweideutigkeit“ Israels (s. unten) sollte h.E. dringend ein Ende finden ... und das würde auch den IRAN sicherlich sehr beruhigen, so denke ich.

_________________

 

Besitzt Israel offiziell den mil. Status als Atommacht? und wie werden die israelischen Atomwaffen völkerrechtlich legitimiert? (Google KI)

 

Israel besitzt offiziell keinen militärischen Status als Atommacht, da das Land eine strikte Politik der „nuklearen Zweideutigkeit“ (nuclear opacity) verfolgt – es wird der Besitz von Atomwaffen weder offiziell bestätigt noch dementiert. Da Israel zudem den Atomwaffensperrvertrag (NVV) niemals unterzeichnet hat, gilt es international als de facto, jedoch nicht als völkerrechtlich anerkannte Atommacht. [1, 2, 3, 4]

Völkerrechtliche Einordnung und Legitimation

Da es kein universelles, absolutes Verbot des bloßen Besitzes von Nuklearwaffen im Völkergewohnheitsrecht gibt, stützt sich die rechtliche und politische Realität auf folgende Säulen: [1]

Souveränität und Vertragstreue (Pacta sunt servanda): Staaten sind im Völkerrecht grundsätzlich nur an Verträge gebunden, denen sie aktiv zugestimmt haben. Da Israel dem Atomwaffensperrvertrag (NVV) und dem neueren Vertrag über das Verbot von Kernwaffen (TPNW) ferngeblieben ist, bricht es durch den Besitz kein geltendes Vertragsrecht. [1, 2, 3]

Das Recht auf Selbstverteidigung: Die Existenz des Arsenals wird strategisch über das Recht auf individuelle Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 der UN-Charta legitimiert. Angesichts anhaltender existenzieller Bedrohungen in der Region dient das unbestätigte Arsenal als fundamentale Abschreckung. [1, 2]

Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH): Der Internationale Gerichtshof stellte 1996 in einem wegweisenden Gutachten fest, dass die Androhung oder der Einsatz von Atomwaffen generell gegen das humanitäre Völkerrecht verstößt. Der Hof ließ jedoch ausdrücklich offen, ob dies auch in einer extremen Situation der Selbstverteidigung gilt, in der das blanke Überleben eines Staates auf dem Spiel steht. [1, 2, 3]

Status im Vergleich zu anderen Nationen

Die internationale Rechtslage unterscheidet die Nuklearstaaten in zwei Kategorien:

Status [1, 2, 3, 4, 5] Definition Länder

De jure Atommächte

Vom NVV legal anerkannte Staaten, die vor 1967 Kernwaffen getestet haben.

USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien

De facto Atommächte

Staaten außerhalb des NVV, die real über einsatzfähige Waffen verfügen.

Israel, Indien, Pakistan, Nordkorea

Schätzungen des Friedensforschungsinstituts SIPRI gehen davon aus, dass das israelische Arsenal rund 90 nukleare Sprengköpfe umfasst. Diese nukleare Fähigkeit wird von Verbündeten wie den USA im Rahmen der strategischen Partnerschaft stillschweigend toleriert. [1, 2, 3]

KI-Antworten können Fehler enthalten. Weitere Informationen

 

PS. :

"Bibi" gilt offiziell als Kriegsverbrecher - und "inoffizielle" Atomwaffen in den Händen von offiziellen Kriegsverbrechern hat nun wirklich niemand gerne....

MP

Ekkehardt Fritz Beyer

18.06.2026 | 11:42

„Trump unterzeichnet vorläufiges Rahmenabkommen mit Iran: Atomfrage bleibt ungeklärt, kein guter Deal für USA“ ... „Doch ein "guter Deal" für die USA ist das nicht“!!! ...

Beschreibt ihn der Donald nicht auch deshalb als vorläufig???

facherfahrener

18.06.2026 | 13:09

WARUM ??  Die USA ist nicht der Allmächtige !!  Iran ist ein souv.-Land  und zeigt USA/Israel die

Grenzen auf.  Ich wünschte es gäbe noch mehr Länder mit E.... in der Hose. Könnte die Welt etwas

friedlicher werden.

Schluss mit listig - Bibi !

 

https://www.n-tv.de/politik/Iran-Krieg-wird-fuer-Netanjahu-zum-Bumerang-id30980680.html

Risse im Verhältnis zu TrumpIran-Krieg wird für Netanjahu zum Bumerang

..."Der israelische Journalist Ben Caspit, der für seine kritische Haltung gegenüber Netanjahu bekannt ist, sagte in einer TV-Debatte: "In meinen schwärzesten Träumen hätte ich mir kein schlimmeres Fiasko ausmalen können."...

https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Bibi-du-musst-nicht-jedes-Mal-Gebaeude-bombardieren-id30979741.html

Trumps G7-Statement

"Bibi, du musst nicht jedes Mal Gebäude bombardieren"


MP

Johannes Friedrich

18.06.2026 | 19:22

Möglich, daß es kein guter Deal für die USA ist; für die Weltwirtschaft dagegen schon, da damit gerechnet wird, daß die Ölreserven nur noch bis Ende des Jahres reichen.

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