Nur einen Tag nach dem tödlichen Schlag gegen Irans obersten Führer Ajatollah Ali Khamenei hat US-Präsident Donald Trump überraschend Bereitschaft zu direkten Gesprächen mit der verbliebenen iranischen Führung signalisiert.
Trump signalisiert Gespächsbereitschaft
In einem exklusiven Telefoninterview mit dem US-Magazin "The Atlantic", das am Sonntag veröffentlicht wurde, erklärte Trump wörtlich: "Sie wollen reden, und ich habe zugestimmt zu reden, also werde ich mit ihnen sprechen. Sie hätten das früher tun sollen. Sie hätten das, was sehr praktisch und einfach zu machen war, früher geben sollen. Sie haben zu lange gewartet." ["They want to talk, and I have agreed to talk, so I will be talking to them. They should have done it sooner. They should have given what was very practical and easy to do sooner. They waited too long."]
Die Äußerung kommt in einer Phase extremer militärischer Eskalation: Am Samstag, den 28. Februar 2026, hatten die USA und Israel in einer koordinierten Großoffensive zahlreiche militärische und politische Ziele im Iran angegriffen. Dabei wurde Chamenei – der seit 1989 als unumstrittene oberste Autorität des Landes galt – zusammen mit Dutzenden hochrangiger Vertreter des Regimes getötet. Iranische Staatsmedien bestätigten den Tod des 86-Jährigen und riefen eine 40-tägige Trauerzeit aus. Gleichzeitig startete Teheran Gegenangriffe auf israelische und US-amerikanische Ziele in der Region, darunter Raketen auf Militärbasen und – nach Angaben aus Teheran – Zivilisten.
Trump will diplomatische Kanäle offen halten
Trotz der anhaltenden Kämpfe und gegenseitigen Vergeltungsschläge hält Trump eine diplomatische Tür offen. Er betonte im Gespräch mit The Atlantic-Autor Michael Scherer, dass er nicht sagen könne, wann genau die Gespräche stattfinden würden – einige der früheren iranischen Verhandlungspartner seien schließlich "nicht mehr da". Gleichzeitig gab er sich siegessicher: Die militärische Operation laufe "ahead of schedule" und könne seiner Einschätzung nach in vier Wochen oder weniger abgeschlossen sein.
Aus dem Weißen Haus hieß es ergänzend, die "neue potenzielle Führung" in Teheran habe Signale der Gesprächsbereitschaft gesendet. Präsident Trump sei "eventuell" bereit, aber die militärischen Aktionen gingen "unvermindert weiter".
Wer genau auf iranischer Seite als Gesprächspartner in Frage kommt, bleibt unklar: Nach dem Tod Chameneis und weiterer Schlüsselfiguren herrscht in Teheran derzeit ein Machtvakuum. Spekulationen reichen von einer Übergangsregierung unter Präsident oder Revolutionsgarden bis hin zu einer möglichen Machtübernahme durch Hardliner oder sogar Regimegegner.
Die Reaktionen in der internationalen Gemeinschaft sind gespalten. Während Israel die Operation als "notwendigen Präventivschlag" gegen das iranische Atom- und Raketenprogramm verteidigt, warnen Russland, China und mehrere arabische Staaten vor einer weiteren Destabilisierung der Region.
Politische Krise und militärische Eskalation drohen zur weltweiten Wirtschaftskrise zu werden
Die Ölpreise haben seit Samstag um mehr als 15 Prozent zugelegt; Experten befürchten eine anhaltende Versorgungskrise, sollte der Konflikt die Straße von Hormus blockieren.Trump selbst zeigte sich in dem Interview unbeeindruckt von der Kritik. Er warf der früheren iranischen Führung vor, zu lange "Spielchen gespielt" zu haben ["They played too cute"] und dadurch die jetzige Eskalation selbst verschuldet zu haben.
Ob die angekündigten Gespräche tatsächlich zustande kommen und ob sie inmitten laufender Bombardements mehr als symbolischen Charakter haben können, bleibt abzuwarten.
Die nächsten Stunden und Tage werden entscheidend sein: Entweder gelingt es, die militärische Phase schnell zu beenden und in echte Verhandlungen überzugehen – oder der Nahe Osten droht in einen offenen Mehrfrontenkrieg abzurutschen, dessen Folgen niemand mehr kontrollieren kann.


Kommentare
... „Dabei wurde Chamenei –…
... „Dabei wurde Chamenei – der seit 1989 als unumstrittene oberste Autorität des Landes galt – zusammen mit Dutzenden hochrangiger Vertreter des Regimes getötet.“ ...
Weil die US-Regierung den Iran endlich demokratisieren https://www.dw.com/de/1953-irans-gestohlene-demokratie/a-17008768 und den Schah wiedereinsetzen will? https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/544504/16-januar-1979-sturz-und-flucht-des-iranischen-schahs/
Zu spät ... ?
Ich glaube, ihm ist erst jetzt
klar geworden, dass er und
seine gesamte Familie für den
Rest ihres Lebens Personen-
Schutz haben müssen ...
Na nu?? ....
Na nu?? Hat Trump jetzt begriffen, dass sein Angriff auf den Iran und die Ermordung des Mullah-Regime-Führers doch ein riesiger Fehler war?? Hat er nun erkannt, dass er in seinem Allmachtswahn diesmal übers Ziel hinausgeschossen ist??
Ob sich die Mullahams jetzt noch besänftigen lassen, ist allerdings fraglich. Denn sie hatten ja zuvor große Verhandlungsbereitschaft signalisiert und Verträge vorgeschlagen. Das alles hat Trump jedoch ignoriert. Und nun hat er den Salat mit einem immer größeren Flächenbrand, sodass ihm offensichtlich nun Angst und Bange wird.
Trump wurde gewarnt, selbst von amerikanischen Militärexperten. Aber wie Trump nun mal so ist, lässt er sich nicht gerne belehren und will stets mit dem Kopf durch die Wand. Aber jetzt scheint er zu merken, dass diese Wand dann doch zu hart war und ist.
Ablenkungsmanöver?
"Epstein: Die verschwundene Trump-Datei"
Interessanter Artikel in www.compact-online.de !!!
Da stinkt wohl einiges zum Himmel!!!
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