Strategie der maximalen Schwächung

Sehnt Netanjahu einen US-Schlag gegen den Iran herbei?

In Jerusalem sehen viele Politiker aus dem Umfeld Netanjahus in einem amerikanischen Militärschlag die einmalige Chance, die iranische Bedrohung dauerhaft zu reduzieren – ohne dass Israel die Hauptlasten allein tragen muss. Die Signale aus dem Kabinett sind eindeutig.

Benjamin Netanjahu und Ali Khamenei


Die Welt hofft auf Frieden und dass die Atomverhandlungen zu einem guten Ende kommen. Die Diplomaten arbeiten unter Hochdruck. Doch scheint es in der israelischen Regierung Stimmen zu geben, die sich eher ein "reinigendes Gewitter" im Nahen Osten wünschen.

Der Iran ist für viele israelische Politiker die existenzielle Bedrohung Nr. 1

Für Benjamin Netanjahu und seine Regierung ist das iranische Regime seit Jahren mehr als nur ein regionaler Rivale: Es ist die größte existenzielle Gefahr für den jüdischen Staat. 

Das Atomprogramm, die ballistischen Raketen und die von Teheran gesteuerten Milizen (Hisbollah, Hamas, Houthis) bedrohen Israel direkt. Netanjahu hat das in den vergangenen Tagen mehrfach betont – zuletzt am 23. Februar in der Knesset und bei einer Kadetten-Abschlussfeier: Ein Angriff Irans wäre "vielleicht der schwerste Fehler in ihrer Geschichte", Israel würde mit "unvorstellbarer Kraft" antworten.

Israel schafft es nicht allein, es braucht die USA

Israel verfügt über eine hervorragende Luftwaffe und ausgezeichnete Geheimdienste, kann aber die stark befestigten unterirdischen iranischen Anlagen (Fordow, Natanz) nur begrenzt treffen. 

Genau hier kommen die USA ins Spiel: Mit ihren massiven Bunkerbrechern und der logistischen Überlegenheit können sie das leisten, was Israel allein nicht kann. Ein US-Schlag würde Israel daher militärisch massiv entlasten und gleichzeitig die Möglichkeit eröffnen, bei iranischer Vergeltung sofort und entschlossen mitzuwirken.

Netanjahus Forderungen an Trump

In den vergangenen Wochen hat Netanyahu bei jedem Treffen mit Donald Trump und in öffentlichen Statements klare rote Linien gezogen:  

  • Komplettes Entfernen allen angereicherten Materials aus dem Iran  
  • Vollständiger Abbau der Anreicherungsinfrastruktur – nicht nur Stilllegung  
  • Einschränkung des Raketenprogramms  
  • Beendigung der Unterstützung für Terrorgruppen

Laut CBS-Bericht hat Trump Netanjahu bereits im Dezember zugesichert, israelische Schläge auf iranische Raketenziele zu unterstützen, falls die Verhandlungen scheitern. Netanjahu drängt jetzt darauf, dass Washington nicht bei einem bloßen "Deal" stehen bleibt, sondern notfalls militärisch nachlegt.

Sicherheitskabinett tagt – Vorbereitungen laufen

Am 22. und 23. Februar hat Netanjahu das Sicherheitskabinett einberufen, um genau diese Szenarien durchzuspielen. Israelische Medien (Channel 12, KAN) berichten von konkreten Vorbereitungen: Rettungsdienste und Heimatschutz werden auf einen möglichen iranischen Gegenschlag eingestellt. 

Gleichzeitig signalisiert Jerusalem, dass man einen US-Schlag nicht nur akzeptieren, sondern aktiv begrüßen würde, solange er die iranischen Kernfähigkeiten nachhaltig zerstört.

Die Lektion von 2025: War der letzte Militäreinsatz die Übung zum großen Finale?

Der Juni 2025 hat gezeigt, wie das Zusammenspiel funktionieren kann: Israel startete mit "Operation Rising Lion" und zog die USA in "Operation Midnight Hammer" hinein. 

Gemeinsam wurden die wichtigsten iranischen Nuklearanlagen getroffen. Netanjahu wertet diesen Einsatz intern als strategischen Erfolg. Und das trotz der iranischen Raketen auf US-Basen. 

Die Botschaft ist klar: Ein weiterer, diesmal rein amerikanischer Schlag würde Israel noch besser dienen, weil die eigene Armee nicht den ersten und schwersten Teil übernehmen müsste.

Ein US-Angriff würde den Iran schwächen, das Regime unter zusätzlichen Druck setzen und Israel Zeit verschaffen, seine eigene Abschreckung weiter auszubauen. 

Netanjahu und sein Kabinett sehen darin kein unkalkulierbares Risiko, sondern die logische Fortsetzung der "Begin-Doktrin": Keine feindliche Atommacht in Reichweite.

Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Jerusalem einen begrenzten oder auch umfassenderen US-Schlag nicht nur stillschweigend dulden, sondern aktiv diplomatisch und nachrichtendienstlich unterstützen würde.

Sven von Storch

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Kommentare

Ekkehardt Fritz Beyer

25.02.2026 | 10:26

... „In Jerusalem sehen viele Politiker aus dem Umfeld Netanjahus in einem amerikanischen Militärschlag die einmalige Chance, die iranische Bedrohung dauerhaft zu reduzieren – ohne dass Israel die Hauptlasten allein tragen muss.“ ...

 

Mussten die Regierungen Israels die Kosten ihrer Kriege jemals allein tragen???

 

Ja mei: „Die Aussage, dass Israel die Lasten der von seinen Regierungen geführten Kriege noch nie allein tragen musste, wird durch die umfangreiche, kontinuierliche Militär- und Finanzhilfe der Vereinigten Staaten gestützt“!!! ...

https://www.google.com/search?q=Israel+musste+die+lasten+der+von+seiner+regierung+bedohlenen+kriege+noch+nie+allein+tragen&sca_esv=206cd4dd954885db&rlz=1C1ONGR_deDE1024DE1024&biw=1024&bih=441&ei=fr2e…

Wieviele Millionen Menschen sind seit der Gründung des Staates Israel getötet worden ? Und wieviel Millionen sollen noch erschlagen werden ? Das Problem ist, daß Israel und deren politisch Verantwortlichen niemals für all die Morde zur Rechenschaft gezogen wurden und weiterhin nicht werden. 

Also ich fühle mich nicht "bedroht", und
ich konnte auch irgendwie nicht feststellen,
dass von Iran irgendwelche "Bedrohungen"
ausgegangen sind.
Allerdings kann es sein, dass Iran den Plänen
von Herrn Netanyahoo entgegensteht, der
bekanntlich expandieren, und ein
"Greater" USrael verwirklichen möchte.

Der Iran hat noch nie einen Krieg angefangen, soll aber unterworfen werden, seit der von USrael als Vasall eingesetzte, der blutrünstige Diktator, der die Bodenschätze des Irans an westliche Konzerne vergab. Der Iran bedroht gar niemanden, ausser die Grossmachts-Ansprüche Israels und die Rohstoff-Plünderungs-Avancen der USA.

Israel hat versucht das Mullah Regime in Teheran zu beenden, und besonders die Nuklearanlagen. Washington bekam wegen ihren  Beziehungen zu Qatar kalte Füsse. Nach schon 12 Tagen Selbstverteidigung wurde Israel von den USA unterbrochen. Jetzt muss die USA den Job beenden, denn sie hat ohne Grund Israels Vorhaben gestoppt. Israel führte keinen Krieg gegen das Volk, sondern die nukleare und militärische Gefahr, die vom Iran ausgeht, nie gegen das Volk.

Während Chrupalla und Baumann von Zweistaatenlösung und Völkerrecht faseln, schafft Trump klare Verhältnisse. Berlin hat sich für alle Eventualitäten den pro-israelische Tarnanzug übergezogen, musste aber zur militärischen Unterstützung Israels getragen werden. 

Wann verstehen wir endlich, "Israel vereteidigt uns". Es sollte für uns keine Last sein, sondern Aufgabe und Einsatz auch für unsere Freiheit!!

Sorry, aber das ist ja absolut daneben gedacht und behauptet! "Israel verteidigt uns"?? Unsere Freiheit?? Das sollten Sie doch unbedingt mal erklären!!

Lesen Sie sich bitte mal genau die anderen Kommentare durch, die doch sehr verständlich und plausibel sind und das benennen und darlegen, worum es Israel und den USA tatsächlich geht!

Israel ist dabei ein Land der Freiheit zu bilden, zwischen Euphrat und Nil, zwischen Mittelmeer und dem hinteren Meer. Wir sollten uns in dieses Projekt frohen Mutes miteinbringen, und nicht ratlos danebenstehen. Wir sollten Partner werden, nicht Förderer der UNWRA. Den Frieden such, und nicht kranke Ideologien fördern.

Die USA und Israel stehen an vorderster Front das Mullahregime im Iran zu stoppen. Damit wäre dem Iranischen Volk geholfen. Die Folge wäre auch ein Ende der vielen Vertreter des Mullahregimes, Hamas, Hisbolah, Hutis. Die Flutung Europas durch Gotteskrieger ist ein Resultat jahrzehntelanger Beschwichtungspolitik. Israel ist ein Bollwerk gegen diese Ursache und will die Ursache auch beenden.

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