Mehrfrontenkrieg im Nahen Osten eskaliert weiter

Raketen aus dem Jemen: Israel jetzt mit drei Ländern im Krieg

Raketen aus dem Jemen, dem Iran und dem Libanon: In den letzten Tagen geriet Israel gleichzeitig von Huthi-Rebellen, iranischen Streitkräften und der Hisbollah unter Beschuss. Trotz erfolgreicher Abfangmanöver der Luftabwehr kam es zu Verletzten und Sachschäden in mehreren Regionen.

Sprecher der Huthi-Rebellen im Jemen


Israel gerät am Wochenende in eine neue Eskalationsstufe des Nahostkriegs. Aus dem Jemen, dem Iran und dem Libanon kamen binnen weniger Stunden Raketen und Drohnenangriffe. 

Die Angriffe markieren den Eintritt weiterer iranisch gestützter Akteure in den Konflikt, der vor genau einem Monat mit US-israelischen Schlägen gegen den Iran begonnen hatte. 

Die israelische Luftabwehr fing den Großteil der Geschosse ab, doch es gab erste Schäden und Verletzte.

Huthi-Rebellen greifen erstmals seit Kriegsbeginn aus dem Jemen an

Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen haben am Samstag ihren Eintritt in den Krieg erklärt. Sie feuerten eine erste Salve ballistischer Raketen auf militärische Ziele im Süden Israels ab. Wenige Stunden später folgte eine zweite Welle aus Raketen und Drohnen, die ebenfalls den Süden des Landes zum Ziel hatte. Der Huthi-Sprecher Yahya Saree erklärte, die Operationen seien eine Unterstützung für den Iran, die Hisbollah und die "Achse des Widerstands". 

Die israelische Armee bestätigte den Abschuss aus dem Jemen und teilte mit, die Luftabwehr habe alle anfliegenden Objekte abgefangen. Verletzte oder Sachschäden wurden von offizieller Seite nicht gemeldet.

Der Iran setzt ballistische Raketenangriffe fort

Parallel dazu hat der Iran am Samstag und in der Nacht zum Sonntag weitere Wellen ballistischer Raketen auf Israel abgefeuert. Mindestens fünf Salven wurden seit Mitternacht registriert. Sirenen heulten in Jerusalem, Tel Aviv, Ashdod und im Norden des Landes. In Eshtaol im Zentrum Israels schlugen Trümmerteile ein und beschädigten mehrere Gebäude schwer. Elf Menschen wurden verletzt. In der Haifa-Bucht verursachte Raketentrümmer Materialschäden an Infrastruktur. 

Die israelische Armee sprach von erfolgreichen Abfangmanövern, räumte aber ein, dass einzelne Fragmente durchgekommen seien. Seit Beginn des Kriegs am 28. Februar haben iranische Angriffe bereits mehr als ein Dutzend Tote in Israel gefordert, darunter neun Zivilisten bei einem früheren Treffer in Beit Shemesh.

Hisbollah intensiviert Raketenbeschuss aus dem Libanon

Von der libanesischen Grenze aus hat die Hisbollah ihren Raketenbeschuss ebenfalls deutlich verstärkt. Am Samstag feuerten die Milizionäre zeitgleich mit den iranischen Angriffen Raketen auf den Norden und das Zentrum Israels ab. In mehreren Ortschaften im Norden wurden Häuser und Infrastruktur beschädigt. Berichte sprechen von leichten Verletzungen durch Splitter und Druckwellen. Die Hisbollah begründete die Angriffe als Reaktion auf israelische Bodenoperationen im Südlibanon. Die israelische Armee meldete Dutzende Raketenstarts und erklärte, die meisten Geschosse seien abgefangen worden. Dennoch kam es zu lokalen Schäden an Wohnhäusern und öffentlicher Infrastruktur.

Begrenzte, aber anhaltende Schäden in Israel

Trotz der dreifachen Bedrohung bleibt die Zahl der direkten Treffer dank der mehrschichtigen Luftabwehr überschaubar. Dennoch fordert der Dauerbeschuss seinen Preis: Schulen und Betriebe bleiben vielerorts geschlossen, die Bevölkerung verbringt Stunden in Schutzräumen. In den vergangenen Wochen summierten sich die Schäden durch iranische und Hisbollah-Angriffe auf mehrere Hundert Millionen Schekel. Besonders betroffen sind der Norden und das Zentrum des Landes, wo Häuser, Kindergärten und Energieinfrastruktur beschädigt wurden. 

Die Armee bereitet sich auf einen Mehrfrontenkrieg vor und hat weitere Reservisten einberufen.Die aktuelle Lage zeigt, wie sehr der Konflikt mit dem Iran die gesamte Region erfasst hat. Während die Huthi-Angriffe aus dem Jemen eine neue Dimension darstellen, halten Iran und Hisbollah den Druck auf Israel konstant hoch. Die israelische Regierung betonte, man werde auf jede Bedrohung angemessen reagieren.

Sven von Storch

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Kommentare

Wenn es weiterhin so gut läuft für die USA, kann sich die Kommunistische Partei Chinas ihre Erwartung abschminken, demnächst an die Stelle der USA als führende Weltmacht zu treten. Zumindest für die nächsten fünfzig Jahre. Vielleicht aber hat sich bis dahin China zivilisiert und demokratisiert, so dass eine Pax Sinica anstelle der Pax Americana keine Schreckensvorstellung mehr ist.

Ekkehardt Fritz Beyer

30.03.2026 | 08:34

... „Israel gerät am Wochenende in eine neue Eskalationsstufe des Nahostkriegs. Aus dem Jemen, dem Iran und dem Libanon kamen binnen weniger Stunden Raketen und Drohnenangriffe.“ ...

Wogegen die göttliche(?) Bundeswehr nun schon deshalb einzugreifen hat, weil die gesicherte Existenz Israels Teil der deutschen Staatsräson ist???https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/29118/gesicherte-existenz-israels-teil-der-deutschen-staatsraeson-essay/

https://blog.prif.org/2023/12/21/israels-sicherheit-und-die-deutsche-staatsraeson/

 

Wer mit wirklich JEDEM Stunk anfängt muß eben damit rechnen auch mal was auf die eigene FRESSE zu bekommen... .

"Raketen aus dem Jemen: Israel jetzt mit drei Ländern im Krieg"

Das haben sich die Israelis nun selbst zuzuschreiben! Oder dachte der wie ebenso Trump siegessichere und größenwahnsinnige Netanjahu, er könne einen Blitzkrieg ganz schnell und sofort erfolgreich gegen den Iran starten, ohne dass sich der Iran und seine Verbündeten entsprechend zur Wehr setzen?? So irrig siegessicher können nur narzisstisch, von sich selbst total überzeugte Erhabene sein, die aus dieser eigenen völlig realitätsfernen "Denk"weise agieren!

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