Ein Gastbeitrag von Initiative Christenschutz
»Ich auf dem Weg ins Pride Weekend« ist das TikTok-Video überschrieben. Darin läuft ein junger Mann mit Hund an der Leine im schwarzen Talar zur Kirche. An den Füßen trägt er offene rosa Hackenschuhe mit szenetypischen Plateu-Sohlen, sonst wahrscheinlich nichts unter dem Talar. Das Bild komplettiert eine Stola in den Farben der radikalen »Progress Pride«-Flagge und ein goldenes Spitzen-Krönchen auf dem Kopf.
Um es gleich vorweg zu schicken: Es ist kein KI-produzieres Video, es handelt sich um einen echten Menschen mit Namen Tim Lahr, der sich als queerer Pfarrer bezeichnet und regelmäßig »queere Gottesdienste« und »queere Krippenspiele« und in der St. Johannes-Kirche in Köln-Deutz anbietet. Den Altar schmückt außer einem Kreuz in diskohaftem Neon-Licht dieselbe Progress Pride-Flagge, ebenso die Säulen am Portal der historischen Kirche.
Lahr kokettiert quasi in Permanenz mit seinem Schwulsein, schminkt sich, tanzt in Plüschoutfits in einer diskohaft geschmückten Kirche, zeigt, was er unter dem Talar trägt oder tanzt vor einer künstlichen roas Wolken-Kitschkulisse zu Dance-Popmusik und läßt sich vor dem Kreuz einen innigen Zungenkuß von einem anderen Mann geben.
In der Szene aus Kirchengremien und Mainstreammedien wird Lahr herumgereicht wie ein Popstar, er gibt Interviews, erhielt einen Preis von der evangelischen Kirche als »Person des Jahres«. Sein Traum, so ist im WDR-Jubelartikel im typischen Duktus einfacher Sprache zu lesen, sei eine »offene und inklusive Kirche, die niemanden ausschließt.«
Lahr glaubt, dass die Ehe zwischen Mann und Frau nicht das einzige gottgegebene Ideal sind, insinuiert, dass Jesus sexuelle Beziehungen zu seinen Jüngern unterhielt und überhaupt die Bibel voll mit Geschichten von schwul-lesbischen Paaren sei. Bei diesen offene geäußerten Abgründigkeiten sollten sich nicht nur Christen fragen, was in den theologischen Seminaren der evangelischen Kirche gelehrt und weitergegeben wird und systematisch in die Ausbildung von Gottes Bodenpersonal einfließt?
Tim Lahr hält sich sicher für mutig, zeigt aber in dieser aggressiv vorgetragenen Reduktion auf sexuelle Vorlieben in Verbindung mit hanebüchenen Interpretationen der Heiligen Schrift, in welch elendem geistigen Zustand die evangelische Kirche inzwischen angekommen ist.


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