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Mike Benz ist der Direktor der »Foundation for Freedom Online«. Er ist ein ehemaliger Beamter des Außenministeriums und verantwortlich für die Formulierung und Aushandlung der US-Außenpolitik in Fragen der internationalen Kommunikation und Informationstechnologie.
In einem Votrag erklärt Mike Benz, wie die US-Geheimdienste den »Deep State« übernommen haben und die Einfluss von Politikern und den Bürgern einschränken. Anstatt dem Staate zu dienen, wie es ihre ursprüngliche Aufgabe war, haben sie sich den Staat einverleibt und lenken wichtige Entwicklungen von innen heraus.
Mike Benz zeigt ein historisches Dokument aus dem Jahr 1948 mit dem Titel »Inauguration of Organized Political Warfare«, dass erst als »Top Secret« klassifiziert wurde und erst 2005 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Der Hauptautor dieses Dokuments war George F. Kennan.
Dieses Dokument wurde nur wenige Tage nachdem die USA in Italien einen Coup organisierten, um bei den ersten freien Wahlen nach Krieg im April 1948 den Einfluss der Sowjetunion und die Entstehung einer kommunistischen Regierung in Italien zu verhindern, verfasst. Die USA waren damals darauf aus, Italiens politische Landschaft zu kontrollieren, um das Land nicht an die Kommunisten zu verlieren. Dazu haben die USA massiven Einfluss auf die Wahlen dort ausgeübt, viel Geld sei geflossen.
Dazu wurden sowohl in den USA als auch in Italien die Filmindustrie, die Medien, die Kirchen, Organisationen und selbst die organisierte Kriminalität (Mafia in Italien) so beeinflusst, dass alles darauf hinauslief, dass die Kommunisten in Italien bekämpft wurde.
Es war eine Art Hybridkrieg im Kalten Krieg. Aulöser war die Befürchtung der USA, dass bis zu 70 Prozent der Italiener die Kommunisten wählen könnten.
Was für die Geheimdienste früher der Kommunismus war, ist heute der regionale Populismus
So, wie die USA während des Kalten Krieges in Italien erfolgreich den Hinwendung zum Kommunismus stoppten, so versuchen sie heute, die Hinwendung von Ländern zu einer regionalen oder nationalen und populären Ideologie und Regierung zu verhindern, damit diese Länder keine Alleingänge machen und die USA die Kontrolle über sie verlieren.
In dem obig gennante Dokument »Inauguration of Organized Political Warfare«, dass nur wenige Tage nach dem Coup in Italien geschrieben wurde, äußert sich der Autor begeistert darüber, wie gut die Beeinflussung der öffentlichen Meinung und die Korruption der Wahlen geklappt habe. Die Schlussfolgerung in diesem Dokument ist, dass man diese Methoden auch bei anderen Wahlen und politischen Entwicklungen einsetzen solle, um die US-Interessen sinngemäß gegen die öffentliche Meinung durchzusetzen.
In dem Dokument heißt es zudem, dass die Bürger internationale Beziehungen nicht verstehen würden und denken, dass es eine Unterscheidung zwischen Friedens- und Kriegszeiten gebe. Sie verstehen nicht, dass auch in Friedenszeiten eine Art Krieg der Interessen stattfindet, den die USA gewinnen müssen.
Als Schlussfolgerung wird in diese Dokument erklärt, dass man solche Methoden brauche, um überall auf der Welt US-Interessen in der Politik, Wirtschaft und Finanzen zu verteidigen und gegenteilige Bewegungen zu bekämpfen.
Selbst wenn man aktuell keine solchen Methoden brauche, müsse man in allen relevanten Ländern solche Netzwerke aufbauen (Einfluss auf Politik, Kultur, Medien, Kirche, organisierte Kriminalität usw.), um im Ernstfall darauf zurückzugreifen.
Tatsächlich wurden daraufhin Geheimdienste wie der CIA geradezu paramilitärisch aufgerüstet und mit immer mehr Befugnissen versehen, so dass Jahre später selbst George F. Kennan davor zurückschreckte, weil er quasi »Frankensteins Monster« geschaffen habe.
Ein wichtiges Element hierbei sei, dass alle Geheimdienstaktivitäten so durchgeführt werden können, dass keine Person außerhalb bestimtmer Zirkel davon erfahren und die US-Regierung glaubwürdig vertreten kann, nichts davon gewusst zu haben.
Für die US-Außenpolitik entstand so das Problem, dass sie auf zwei Wegen stattfindet, die nicht immer konform gehen. Auf der einen Seite die offizielle Außenpolitik der US-Regierung, auf der anderen Seite die Außenpolitik der US-Geheimdienste.
Über die »Soft Power«, weltweit Narrative zu verbreiten, die den US-Interessen dienen, können die USA den Schein wahren, dass andere Staaten vollkommen souverän agieren, selbst dann, wenn sie von den USA erheblich beeinflusst sind.


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