Die Familienministerin kapiert es nicht

Lisa Paus meint, wir leben immer noch im Patriarchat

Paus & Co. wollen es einfach nicht begreifen: Vielen Frauen sind Familie und Nähe ihrer Kinder wichtiger als Karriere in einem großen Unternehmen zu machen. Doch für Paus und ihre Genossinnen ist das Patriarchat schuld, wenn Frauen unterm Strich weniger Geld verdienen. Dass unterschiedliche Lebenswünsche dahinter stecken, ist für die linksgrünen Realitätsleugner Biologismus.

Gegenüber dem »Tagesspiegel« erklärte die Bundesfamilienministerin Lisa Paus anlässlich des Weltfrauentages, dass wir in Deutschland immer noch im Patriarchat leben: »Wir leben nach wie vor im Patriarchat, von dem wir uns verabschieden müssen«. Lisa Paus verweist darauf, dass Frauen im Vergleich zur geleisteten Arbeit immer noch weniger verdienen als Männer [siehe Berichte »T-Online« und »Berliner Zeitung«].

Paus erklärt: »Für mich ist das Patriarchat vorbei, wenn Frauen ökonomisch und politisch gleichgestellt sind, die Hälfte der Macht den Frauen gehört und geschlechtsspezifische Gewalt nicht als individuelle Tat verharmlost wird, sondern als patriarchales Denk- und Verhaltensmuster anerkannt und geahndet wird.«

Sie und ihr Ministerium berufen sich auf Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden, nach welchen der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen einer neuen Berechnung zufolge bei 39 Prozent liege. Eine »wesentliche Ursache« für die strukturellen Verdienstunterschiede sei aber auch die hohe Teilzeitquote von Frauen, gibt das Statistische Bundesamt zu. Demnach gingen Männer im vergangenen Jahr im Schnitt 148 Stunden pro Monat einer bezahlten Arbeit nach, Frauen nur 121 Stunden.

Hier wird klar: Was Frau Paus und viele andere ihrer Ideologie-Genossinnen missachten, ist die unterschiedliche Lebensplanung und Lebensvorstellung vieler Männer und Frauen. Es gibt, grün-linker Ignoranz zum Trotz, immer noch viele Frauen, die Kinder bekommen wollen und denen die Erziehung und Nähe ihrer Kinder wichtiger ist als die Karriere in einem großen Unternehmen oder fernab von zu Hause einem gefährlichen Beruf nachzugehen. Nach wie vor ist es für Frauen unattraktiv, 60-80 Stunden die Woche zu arbeiten, um das Management eines Unternehmens zu stemmen, oder als Schichtarbeiter im Bergbau zu malochen oder viele Jahre auf einer Bohrinsel in der Nordsee zu schuften.

Männer haben statistisch gesehen eine kürzere Lebenserwartung als Frauen, werden häufiger Opfer von Arbeitsunfällen, haben eine höhere Suizid-Rate und sind häufiger Obdachlos. Männer werden als Soldaten eher als Kanonenfutter an die Front geschickt als Frauen. Während Frauen die Qual der Wahl haben zwischen Beruf und Familie, haben Männer diese Wahl oft nicht, sondern sind gezwungen, ihre gesamte Lebensplanung darauf auszurichten, mit ihrem Verdienst nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Frau und Kinder zu versorgen und abzusichern. Daher entscheiden sie sich eher für Berufe, die mehr Geld einbringen. Frauen hingegen planen bei ihrer Berufswahl zumeist nicht den Fall mit ein, ihren Mann mitzuversorgen und abzusichern. Wenn Frauen Karriere machen, tun sie dies, um finanziell unabhängig zu sein und ggf. ihre Kinder zu versorgen. Einen Mann mitzuversorgen ist als Denkmuster in der Regel nicht verankert.

All diese Faktoren spielen eine Rolle und haben mit dem klassischen Patriarchat nichts zu tun. Doch bei Paus & Co. kommen diese Fakten nicht an. Sie werden ignoriert. Denn es gilt anscheinend darum, ein Feindbild zu pflegen und zu hegen: das des alten, weißen, hetero-normativen westlichen Mannes.

Sven von Storch

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