Zeitweise waren bis zu 70.000 Menschen betroffen

Linksextremer Anschlag in Berlin_ Tausende Haushalte und Firmen ohne Strom

Laut Bekennerschreiben haben mutmaßlich Linksextremisten einen Brandanschlag auf Hochspannungsmasten durchgeführt, der in Berlin zu einem großen Stromausfall führte.

Ein Brandanschlag auf zwei Strommasten im Berliner Südosten hat am Dienstag zu massiven Stromausfällen geführt [siehe Berichte »Tagesspiegel«, »BILD«, »Stern«].

Die Tat, zu der sich eine anarchistische Gruppe bekannte, richtete sich gegen den Technologiepark Adlershof und sorgte für erhebliche Einschränkungen in der Region.

Ausmaß der Stromausfälle: Teilweise bis zu 70.000 Menschen betroffen

Gegen 3:30 Uhr wurde ein Brand an zwei Strommasten im Königsheider Weg in Johannisthal gemeldet. Etwa 43.000 Haushalte, 3.000 Firmen und zwei Pflegeheime waren zunächst ohne Strom. Laut Innensenatorin Iris Spranger (SPD) waren am Nachmittag noch 70.000 Menschen betroffen.

Die betroffenen Gebiete umfassen Altglienicke, Grünau, Adlershof, Spindlersfeld, Alt-Johannisthal, Oberschöneweide, Niederschöneweide, Treptow, Köpenick und Teile von Rudow. Die Notreparaturen könnten laut Erik Landeck, Geschäftsführer der Stromnetz Berlin GmbH, bis Donnerstagabend andauern.

Kurzschluss mit Brandbeschleuniger

Die Täter setzten vermutlich einen Brandbeschleuniger, wie Benzin, ein und legten eine Metallkette um ein Kabel, um einen Kurzschluss zu verursachen – eine typische Methode linksextremistischer Anschläge. Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen übernommen, und das Gebiet rund um den Tatort wurde abgesperrt, um Beweise zu sichern.

Linkes Bekennerschreiben auf Indymedia

Eine Gruppe, die sich als »einige Anarchist:innen« bezeichnet, bekannte sich auf der Plattform Indymedia zu der Tat. Der Anschlag richtete sich gegen den »militärisch-industriellen Komplex« im Technologiepark Adlershof, wo Firmen und Institute aus Bereichen wie IT, Robotik, Raumfahrt, KI und Rüstungsindustrie angesiedelt sind.

Im Bekennerschreiben werden unter anderem Siemens, Atos, Jenoptik und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt genannt. Die Gruppe bezeichnete die betroffenen Anwohner als »Kollateralschaden«, den sie als vertretbar ansieht, und kritisierte die »kapitalistische Todesmaschine«.

Massive Auswirkungen in Berlin

Der Stromausfall führte zeitweise zum Ausfall der Notrufnummern 110 und 112. Die Berliner Feuerwehr richtete Notrufannahmestellen ein, und Notrufe konnten über das Personal der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) abgesetzt werden. Innensenatorin Spranger verurteilte die Tat scharf und sprach von »hoher krimineller Energie« sowie fehlendem Respekt für die betroffenen Menschen.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) betonte, der Anschlag habe bewusst Menschenleben und die Sicherheit der Stadt gefährdet.

Obwohl einer der beschädigten Strommasten bereits repariert wurde, bleibt die Wiederherstellung der Stromversorgung eine Herausforderung. Die Polizei prüft das Bekennerschreiben, und die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Die Behörden betonen, dass Angriffe auf kritische Infrastruktur wie die Stromversorgung eine ernsthafte Bedrohung darstellen.

Sven von Storch

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