Die Union will ihren Gesundheitsminister Jens Spahn gerne als klugen, jungen Krisenmanager vermarkten. Die Mainstream-Medien zeichnen überwiegend ein positives Bild von seiner Arbeit. Doch die Liste der Kritiker wächst. Es werden Vorwürfe an seiner Arbeit und an seinem Ministerium laut.
So beschwerte sich jüngst der Hygiene-Artikel-Hersteller, Großhändler und Unternehmer Achim Theiler. In der ARD-Sendung von Maybritt Illner erklärte er, dass er bereits Anfang Februar Engpässe an Schutzmaterial am Markt wahrgenommen und sich warnend an Spahn gewendet habe [siehe Bericht »Welt«]
Doch die Reaktion aus dem Ministerium ließ auf sich warten. Theiler erklärte: »Wir haben keine Reaktion bekommen«, teile Theiler fassungslos mit. »Da arbeiten 700 Mitarbeiter in dem Ministerium, warum hatte das niemand im Blick, wenn die schon meine Briefe nicht lesen? Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass die so unglaublich schlecht vorbereitet sind. Wir hatten sechs Wochen Zeit.« [»Welt«]
Auch Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, hat in einem Schreiben an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine Mängelliste formuliert [siehe Kommentar-Bericht von Gabor-Steingart].
Darin heißt es unter anderem, dass die zentrale Beschaffung zur Verfügung gestellten Mengen an Schutzmasken in keiner Weise ausreiche. Die ambulant tätigen Ärzte und ihre Mitarbeiter würden oft ohne angemessenen Schutz arbeiten. Das betreffe insbesondere die Pflegekräfte, die ältere Menschen im Wesentlichen zu Hause betreuen und sich damit ungeschützt unter der am stärksten von Risiken betroffenen Patientengruppe bewegen. Auch Hausärzte, die in ihrer Praxis mit infizierten Patienten oft ohne Schutzmasken Kontakt haben, müssen die normale Versorgung von zahlreichen Altenheim-Patienten gewährleisten. So könne es zu Ketteninfektionen in Altenheimen kommen, wie das Beispiel in Würzburg zeige.


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